Hinter dem Kopernikus Gymnasium, im Herzen Bargteheides, befindet sich der Louise-Zietz-Weg. Vor allem die Schulkinder des Schulzentrums fahren jeden Tag am Straßenschild vorbei, ohne auf den Namen zu achten. Doch wer war Louise Zietz? Was macht die Frau so besonders, dass ihr eine Straße gewidmet wird?
Louise Körner wurde am 25.03.1865 als älteste Tochter eines selbständigen Webers in Bargteheide geboren. In ihrer Kindheit musste sie, genau wie ihre drei jüngeren Geschwister, in der Weberei des Vaters mitarbeiten, der mit seinem kleinen Betrieb hoffnungslos gegen die moderne Textilindustrie kämpfte.
Nach der Volksschule arbeitete sie zunächst als Dienstmädchen, in einer Tabakfabrik und machte eine Ausbildung zur Kindergärtnerin in einer Fröbelschule. Sie zog nach Hamburg, wo sie den Hafenarbeiter Karl Zietz heiratete.
In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts begann sie regelmäßig SPD-Versammlungen zu besuchen, wo sie regelmäßig das Wort ergriff und so von den örtlichen Partei- und Gewerkschaftsorganisationen als rednerisches und organisatorisches Talent entdeckt wird, weshalb sie beim großen Hamburger Hafenstreik erstmals öffentlich auftreten darf. Ihre rednerische Begabung machte sie schnell im Volk bekannt und sie bekam liebevoll den Spitznamen „weiblicher Bebel“.
Wenig später übernahm sie das Amt als Vertrauensperson der Sozialdemokraten und auch außerhalb von Hamburg kämpfte sie als „populärste und erfolgreichste“ Agitatorin der Sozialdemokratischen Frauenbewegung.
Doch die damaligen Gesetze zogen ihr einen Strich durch die Rechnung: das Vereinsrecht untersagte den Frauen in politischen Parteien mitzuarbeiten. Besonders scharfe Regelungen gab es hierfür in Thüringen, worauf Louise Zietz selbst einmal sagte: „Wenn mir das Referieren in Thüringen verboten wird, spricht zunächst ein Genosse 10 Minuten und ich spreche dann in der Diskussion anderthalb Stunden.“
Als 1908 jedes Gesetz verabschiedet wurde, wurde die gebürtige Bargteheiderin als erstes weibliches Mitglied in den SPD-Parteivorstand gewählt, wo sie für Frauenarbeit zuständig war. Ihr Ziel war es vor allem mehr Frauen für die Partei zu gewinnen, weshalb sie 1911 die Agitationsschrift „die Frauen und die Reichstagswahlen“ verfasste, in der sich zwei Frauen über die Bedeutung der Reichstagswahlen unterhalten und wie sich die Sozialdemokratie mit der Religion und der Familie vereinbaren lässt.
Einige Jahre später, während des ersten Weltkrieges, stimmten ihre Ansichten nicht mehr mit denen der SPD überein, weshalb sie Ende 1916 ihr Amt als Frauensekretärin des Parteivorstandes der SPD niederlegte, um 1917 eine der Begründerinnen der USPD zu werden, wo sie bis zu ihrem Tod 1922 ein Mitglied des Zentralkomitees bleiben sollte.
Auch wenn sie durch ihr Amt als Abgeordnete in der Nationalversammlung und später des Reichstages auf eine großartige politische Karriere hätte zurückblicken können, so lief in ihrem Leben dennoch nicht alles glatt: Ihre Ehe mit Karl Zietz scheiterte an ihrem übermäßigen Engagement in der Politik. (JP)
Quellen:
archiv.spd-berlin.de/geschichte/…/l-z/zietz-luise/
sozialdemokratie.info/wakka.php?wakka=LuiseZietz
Ein wirklich interessanter Artikel auf einer sehr guten Webseite…aber ein bißchen mehr Aufmerksamkeit wäre nicht schlecht, was die Rechtschreibung und Grammatik angeht.
..kämpfte sie als „populärste und erfolgreich(s)te“
..gab es hierfür in Thüri(n)gen..
..das Vereinsrecht untersagte den Frauen (,) in politischen Parteien mitzuarbeiten. .
.. Ihre (r)Rednerische Begabung (Adjektive werden immer klein geschrieben )
..Ihr Ziel war es vor allem(,) mehr Frauen für die Partei zu gewinnen.
Sie zog nach Hamburg (,) wo sie den Hafenarbeiter Karl Zietz heiratete.
Ich wünsche Euch viel Erfolg mit der Alternative zu http://www.bargteheide.de, beide Webseiten ergänzen sich hoffentlich in näherer Zukunft noch ausgiebiger.
Vielen Dank für das Lob und auch für die Kritik!