Räume für unsere Jugendlichen

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Stellungnahme der Grünen zur Diskussion über Jugend für Jugend
Im Arbeiterelend des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre gab es Schlafgänger. Das waren Menschen, die sich keine Wohnung leisten konnten und deswegen nur Anteile an einem Bett mieteten. Da durften sie dann schlafen, solange der eigentliche Mieter es nicht
nutzte.


Nicht zumutbar? Unmenschliche Bedingungen? Natürlich! Aber etwas Vergleichbares bietet Bargteheide jetzt seinen Jugendlichen an, die seit vielen Jahren nach Räumen für Treffen und Veranstaltungen suchen.
Die leerstehende, stadteigene Villa am Bahnhof, an deren Herrichtung sich die jungen Leute von „Jugend für Jugend“ (JfJ) gerne aktiv beteiligt hätten wurde ihnen verwehrt (Geht nicht, darf man nicht, ist zu teuer, nicht geeignet, gefährlich, wird anderweitig gebraucht).
Stattdessen sollen sie die Räume des städtischen Jugendzentrums am Kleinen Theater nutzen dürfen. Nett gemeint. Aber: Das Juze wird für andere Jugendarbeit genutzt, JfJ wird dort nur „Schlafgänger“ sein. Denn nur an den Wochenenden und abends nach 20:00 Uhr
können sie das Gebäude für ihre Zwecke nutzen. Wo lassen sie ihren Kram, ihre Unterlagen, Gerätschaften, ihre Vorstellungen von einem Treffpunkt?
Uns allen muss klar sein, dass das Juze allenfalls ein Notbehelf für eine sehr kurze Übergangszeit sein kann. Dann müssen „richtige“ Räumlichkeiten her, ähnlich dem JuKi 42 in Ahrensburg oder dem Inihaus in Bad Oldesloe. Seit Kurzem werden die Jugendlichen
unterstützt von einer Gruppe von hiesigen Erwachsenen, welche die engagierten Jugendlichen und ihr Auftreten einen „Glücksfall für Bargteheide“ nennen Recht so!
Wir Grüne haben wir beantragt, dass die Stadt im Haushalt 2023 genügend Geld einplant, um in den nächsten Jahren ein soziales Jugendkulturzentrum herzurichten, sei es in einem existierenden Gebäude oder als Neubau. Dazu müssen Fördermittel eingeworben werden, etwa im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms, an dem Bargteheide beteiligt ist.
Solche Vorhaben brauchen bekanntlich ihre Zeit. Bis ein „richtiges“ Jugendkulturzentrum steht, werden die jetzigen Jugendlichen nicht warten können.
Also ist umgehend eine Zwischenlösung zu finden, damit JfJ ihre vielen guten Ideen und ihre bemerkenswerte Tatkraft einbringen können: Solange eigene Räume nicht existieren, müssen eben welche gemietet werden. Zu denken wäre an leerstehende Ladenlokale, die
wir inzwischen auch hier haben. Wir brauchen einen „Jugendladen“ in der Stadt!
Auch dafür haben die Grünen sich eingesetzt und bei den anstehenden Haushaltsberatungen Geld für Mietzahlungen beantragt. Die Verwaltung würde beauftragt, in enger Abstimmung mit JfJ nach geeigneten Objekten zu suchen.
In der vergangenen Sitzung der Stadtvertretung im Oktober haben alle Fraktionen ihren Willen betont, den berechtigten Wünschen unserer Jugend nach einem selbstverwalteten Jugendzentrum entgegenzukommen. Wir sind sicher: Es gibt da Lösungen. Jetzt muss sich zeigen, wie ernst die wohlwollenden Worte gemeint waren.

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