Gleich zu Beginn des neuen Jahres entsteht ein Stück Zukunftswald im Kreis Stormarn: Der alte Fichtenforst südlich des Moorgebiets Kranika wird von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in einen lebendigen, heimischen Laubwald verwandelt. Über einen Zeitraum von 30 Jahren werden auf insgesamt sechseinhalb Hektar die Fichten entnommen. Buchen, Eichen, Hainbuchen und Vogelbeeren bekommen auf diese Weise mehr Licht und Luft zum Wachsen und bringen die Vielfalt zurück. Das langfristige Ziel ist ein lebendiger Laubmischwald, der sich auf natürliche Weise entwickeln kann.
Warum Laubwald gut fürs Klima ist:
Heimische Laubwälder kommen besser mit den Folgen des Klimawandels zurecht als Fichtenforste. Ihre tiefen Wurzeln holen auch in trockenen Sommern Wasser aus dem Boden, sie speichern mehr Kohlenstoff und halten Stürmen besser stand. Gleichzeitig bieten sie einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause – von Pilzen über Insekten bis hin zu Fledermäusen und Vögeln.
Langfristig wird der neue Laubwald vollständig aus der Nutzung genommen – es findet also keine forstwirtschaftliche Bewirtschaftung mehr statt. „Auf diese Weise kann hier ein echter Urwald von morgen entstehen: mit alten Bäumen und liegengebliebenem Totholz, das viel Raum bietet für natürliche Prozesse, die so kaum noch in der aufgeräumten Natur stattfinden“, erklärt Kerstin Haldan, Projektleiterin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. „Abgestorbene Bäume werden gleich zu Anfang oft von Spechten genutzt und auch Fledermäuse fühlen sich in ihnen wohl und ziehen dort ein. Käfer und andere Insekten fühlen sich auch deshalb im Totholz wohl, weil es langsam von Pilzen zersetzt wird.“
Bereits heute gibt es in dem Gebiet geschützte Biotope und Laubwaldbestände, die sich frei entwickeln dürfen.
Hintergrund: Ökokonto
Die Maßnahme findet im Rahmen eines sogenannten Ökokontos statt. Dabei werden Eingriffe in Natur und Landschaft durch gezielte Aufwertungsmaßnahmen ausgeglichen. Die Projektleitung liegt bei Kerstin Haldan von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. Das Gebiet grenzt an das Moorgebiet Kranika, liegt aber überwiegend auf mineralischen Böden und ist nicht Teil der Moorschutzkulisse.

Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – versteht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträger*innen und Behörden. Immer dann, wenn Bauvorhaben Eingriffe in den Naturhaushalt verursachen, sorgt sie dafür, dass an anderer Stelle neue Lebensräume entstehen. Mithilfe der sogenannten Ökokonten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein werden geeignete Flächen gefunden, Maßnahmen geplant, fachgerecht umgesetzt und dauerhaft gepflegt.
















