Am 23. März 2026 wurde die Kuhle des Gymnasiums Eckhorst zu einem Ort intensiver Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und jüdischer Literatur. Unter dem Titel „Von Liebe, Hass und Scheiterhaufen“ erlebten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eine eindrucksvolle Lesung, die weit über eine klassische Literaturveranstaltung hinausging.

Die Künstler Rebecca Indermaur, Andreas Hutzel, Edgar Herzog und Lothar Tubbesing präsentierten Gedichte jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung zerstört wurde. Viele von ihnen wurden vertrieben, andere in Konzentrationslagern ermordet. Ihre Werke galten im NS-Staat als unerwünscht und wurden verbrannt – ein symbolischer Versuch, nicht nur Stimmen, sondern ganze Lebensgeschichten auszulöschen.
Die Lesung verband die literarischen Texte mit biografischen Einordnungen, die den Schülerinnen und Schülern die Schicksale hinter den Worten näherbrachten. Musikalisch wurde das Programm durch Stücke von Leonhard Cohen sowie durch eigens komponierte Werke von Edgar Herzog ergänzt. Diese Verbindung aus Sprache, Musik und Hintergrundwissen schuf eine dichte, eindringliche Atmosphäre.
Eine Stunde lang lauschten die Zuhörerinnen und Zuhörer konzentriert und still. Die emotionale Wirkung der Veranstaltung steigerte sich bis zum Schluss: Als die Künstler gemeinsam das Lied „Wiegala“ der von den Nationalsozialisten ermordeten Schriftstellerin Ilse Weber sangen, war die Betroffenheit im Raum deutlich spürbar. Viele kämpften mit den Tränen – ein Moment, der lange nachhallte.
Am Ende dankten die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur den Künstlern, sondern auch Frau Dagmar Heidenreich, die mit ihrer Dagmar Heidenreich und Inga Lohse-Stiftung die Lesung finanziert und ebenfalls anwesend war.
Mit ihrer Unterstützung wurde ein wertvoller Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur geleistet. Sie ermöglicht es, dass junge Menschen nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Empathie entwickeln und Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft erkennen.
Imke Wulfmeyer aus der Schulleitung des Eckhorst Gymnasiums zeigte sich mehr als zufrieden mit dieser besonderen Art der Geschichtsvermittlung: „Die Lesung hat eindrucksvoll gezeigt: Erinnern ist keine Pflichtübung – es ist eine Erfahrung, die berührt, nachdenklich macht und im besten Fall nachhaltig prägt.“
















