Social–Media–Verbot: Ja oder nein? Das beantworten mehr als 650 Jugendliche aus dem Kreis Stormarn. Der Kreisjugendring Stormarn e. V. hat ein Meinungsbild erhoben.
In der Politik wird schon länger über ein Social–Media–Verbot diskutiert. Weltweit trat das
Verbot bereits in Kraft. Aber was halten Jugendliche selbst von einem Verbot für soziale
Medien? Die Medienpädagog*innen des Kreises Stormarn Leonie Oldhafer und Martin Jäger haben daher eine anonyme Umfrage an Schulen im Landkreis durchgeführt. “Unser Ziel war es, mit Jugendlichen zu sprechen, nicht nur über sie”, sagt Leonie Oldhafer.
In der Politik wird schon länger über ein Social–Media–Verbot diskutiert. Weltweit trat das
Verbot bereits in Kraft. Aber was halten Jugendliche selbst von einem Verbot für soziale
Medien? Die Medienpädagog*innen des Kreises Stormarn Leonie Oldhafer und Martin Jäger haben daher eine anonyme Umfrage an Schulen im Landkreis durchgeführt. “Unser Ziel war es, mit Jugendlichen zu sprechen, nicht nur über sie”, sagt Leonie Oldhafer.

An sieben Schulen wurden so 651 Jugendliche aus den Klassen 7 und 8 nach ihrer Meinung zum Social–Media–Verbot gefragt. Aber nicht nur das: Die Medienpädagog*innen wollten auch die Einschätzung über negativen Content, Social–Media als Zeitfresser oder eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne wissen. Zum Schluss durfte die Frage, wer sich an ein Social–Media–Verbot wirklich halten würde, natürlich ebenso wenig fehlen.
Die Ergebnisse des Meinungsbildes wurden in einem umfangreichen Bericht festgehalten. Sie zeigen, dass Heranwachsende den Content auf Social–Media als überwiegend gleichviel
positiv und negativ einschätzen. „Die Jugendlichen wissen, dass ihnen die Inhalte auf Social–Media zum Teil nicht guttun“, erklärt Martin Jäger. Zudem können mehr als die Hälfte der Schüler*innen Mechanismen von Plattformen benennen, die sie dazu bringen, länger auf Social–Media zu bleiben. Kein Wunder also, dass etwa 85% der Befragten soziale Medien als Zeitfresser betrachten. Auch eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne in Verbindung mit dem Konsumieren von Kurzvideos haben circa 70% feststellen können.
Dennoch bewerten nur knapp 15% der Jugendlichen ein Verbot bis 16 Jahre positiv. Mehr als die Hälfte findet ein Social–Media–Verbot schlecht. In der Umfrage konnten die
Schüler*innen selbst Altersbegrenzungen für soziale Medien vorschlagen. Am häufigsten
wurde eine Beschränkung bis 14 Jahre vorgeschlagen, der berechnete Median lag bei 13
Jahren. Darüber hinaus hieß es bei mehr als der Hälfte der Jugendlichen: Die
Erziehungsberechtigten sollten über die Nutzung von Social–Media entscheiden. Nur 8 %
stimmten für die Politik. Knapp 40 Prozent stimmte dafür, dass niemand über eine
Begrenzung entscheiden dürfe.
Hand aufs Herz: Wer würde sich wirklich an ein Verbot halten? Die ehrliche Antwort: 20%
würden sich daran halten, 37% wissen bereits jetzt, dass sie das Verbot umgehen würden und 43% geben an, es noch nicht zu wissen. Das Mitteilungsbedürfnis an dieser Stelle schien hoch zu sein. „PS: Niemand würde sich an ein Social–Media–Verbot halten“ oder „Kommt darauf an, was meine Eltern davon halten und ob meine Freunde das umgehen würden. Dann wäre ich wahrscheinlich wieder uncool, wenn ich es nicht habe… PS: Ich bin in der 7. Klasse, da ist das schon sehr uncool kein Social–Media zu haben“ wurde händisch den Antwortmöglichkeiten der Umfrage ergänzt. Eine Person schrieb zudem: „[Das Verbot] wird aber nichts bringen, jeder faked sein Alter“.
Die Ergebnisse des Meinungsbildes zeigen dem medienpädagogischen Team des KJR: Die
Stimmen der Jugendlichen sollten in der medienpolitischen Diskussion gehört werden. Dabei sollte es für die Heranwachsenden deutlich werden, dass es nicht um das reine Verbot von Social–Media geht, sondern um den Schutz vor negativem oder unangebrachtem Content sowie verschiedener Plattform–Mechanismen (z.B. unendliches Scrollen). Im Zuge dessen sollte sich die politische Diskussion auch dafür öffnen, Plattform–Mechanismen und Content–Moderation auf Social–Media intensiver zu betrachten und eine Regulation auf den betreffenden Plattformen zu fordern. Ähnlich sollten auch pädagogischen Fachkräfte und Eltern dabei unterstützt werden, wie sie Schüler*innen in der digitalen Welt besser begleiten können.
Die Medienpädagog*innen vom KJR versuchen auf Basis der Umfrage, Alternativvorschläge und Kompromisse zu machen. Es gäbe beispielsweise die Option, sich die relevanten Informationen aus dem eigenen Feed der Social–Media–Kanäle in einzelnen Apps und Webseiten–Links selbstständig zusammenzustellen. Der Kompromiss könnte daher lauten:
Der Content darf weiter rezipiert werden, allerdings nicht mehr auf Social–Media. Auf diese Weise könnten Plattform–Mechanismen umgangen und eine intrinsische Motivation für einen reflektierten Umgang gefördert werden















