SPD Stormarn kritisiert weitere Verzögerungen bei der S4 Ost

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Schmalowsky: „Die Pendlerinnen und Pendler dürfen nicht noch jahrelang auf Verbesserungen warten“

Stormarn. Die SPD-Kreistagsfraktion Stormarn reagiert mit deutlicher Kritik auf die erneut bekannt gewordenen Verzögerungen beim Ausbau der S4 Ost zwischen Hamburg und Bad Oldesloe. Nach der Antwort der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat ist die ursprünglich für 2027 vorgesehene Teilinbetriebnahme bis Hamburg-Rahlstedt nicht mehr zu halten. Auch die vollständige Inbetriebnahme der S4 wird sich weiter verzögern. Die Landesregierung bezeichnet den aktuellen Projektstand selbst als „nicht zufriedenstellend“.

Besonders problematisch ist aus Sicht der SPD Stormarn die Entwicklung des für Schleswig-Holstein entscheidenden dritten Planfeststellungsabschnitts. Hier liegt weiterhin kein Planfeststellungsbeschluss vor. Die Landesregierung erwartet diesen derzeit erst Ende 2027. Mit dem Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen wird nach aktuellem Stand sogar erst Ende 2028 gerechnet. Einen belastbaren neuen Termin für die vollständige Inbetriebnahme der S4 nennt die Landesregierung derzeit nicht.

Frank Schmalowsky, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Stormarn und SPD-Direktkandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis Stormarn-Mitte, erklärt:

„Die S4 ist für Stormarn kein abstraktes Infrastrukturprojekt. Tausende Menschen aus Bad Oldesloe, Bargteheide, Ahrensburg und den umliegenden Gemeinden sind jeden Tag auf eine funktionierende Bahnverbindung in Richtung Hamburg angewiesen. Wenn der Baubeginn auf schleswig-holsteinischer Seite inzwischen erst für Ende 2028 vorgesehen ist, können wir den Pendlerinnen und Pendlern nicht einfach sagen: Wartet noch einige Jahre.“

Die Verzögerungen betreffen inzwischen mehrere Bereiche des Projekts. Im ersten Bauabschnitt verzögert unter anderem die ausstehende Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Wandsbek/Tonndorf weitere Bauarbeiten. Für den zweiten Abschnitt in Hamburg wird der Planfeststellungsbeschluss nicht vor Ende 2026 erwartet, sodass sich der Baubeginn dort voraussichtlich auf Ende 2027 verschiebt. Im schleswig-holsteinischen Abschnitt liegen dem Eisenbahn-Bundesamt die überarbeiteten Unterlagen nach Angaben der Landesregierung noch nicht vollständig vor; auch ein Erörterungstermin hat bisher nicht stattgefunden. Zusätzliche Anforderungen beim Erschütterungsschutz können weitere Änderungen notwendig machen.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Lübeck. Deren Verschiebung wirkt sich nach Angaben der Landesregierung ebenfalls auf die Terminplanung der S4 aus. Sollte es nach den Planfeststellungsbeschlüssen zu Rechtsmittelverfahren kommen, hält die Landesregierung weitere Verzögerungen von mehreren Monaten oder darüber hinaus für möglich.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat, der mit seiner Kleinen Anfrage die aktuellen Verzögerungen öffentlich gemacht hat, fordert deshalb einen klaren und belastbaren Fahrplan für das weitere Projekt. Für die SPD Stormarn ist die enge Zusammenarbeit zwischen Landes- und kommunaler Ebene jetzt besonders wichtig.

Schmalowsky: „Martin Habersaat hat mit seiner Anfrage wichtige Fakten auf den Tisch gebracht. Wir werden die weitere Entwicklung gemeinsam eng begleiten. Entscheidend ist für uns, dass Stormarn bei diesem Projekt nicht irgendwann am Ende der Prioritätenliste steht. Die S4 ist eines der zentralen Verkehrsprojekte für den Hamburger Rand und damit für einen der wirtschaftlich stärksten Räume Schleswig-Holsteins.“

Für Schmalowsky ist das Thema auch mit Blick auf seine Kandidatur im Wahlkreis Stormarn-Mitte von besonderer Bedeutung. „Wer die Interessen von Stormarn im Landtag vertreten will, muss gerade bei den großen Infrastrukturprojekten dafür sorgen, dass unsere Region nicht abgehängt wird. Eine verlässliche und leistungsfähige Schienenverbindung nach Hamburg ist für Pendler, Unternehmen und die weitere Entwicklung des Hamburger Randes von zentraler Bedeutung.“

Die SPD-Kreistagsfraktion fordert deshalb von Landesregierung, Deutscher Bahn und den weiteren Projektbeteiligten einen aktualisierten, transparenten und nachvollziehbaren Zeitplan mit klaren Meilensteinen. Die Landesregierung teilt mit, dass sie sich gemeinsam mit der Hamburger Verkehrsbehörde laufend mit der DB InfraGO über Beschleunigungsmöglichkeiten abstimmt und auch den Kontakt zum Eisenbahn-Bundesamt intensiviert hat. Aus Sicht der SPD Stormarn muss daraus nun ein für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer Fahrplan werden.

Gleichzeitig dürfe die Diskussion nicht allein auf die irgendwann fertiggestellte S4 verengt werden.

„Wir brauchen Verbesserungen für die Pendlerinnen und Pendler jetzt und nicht erst nach Fertigstellung der S4“, fordert Schmalowsky.

Bis zur Inbetriebnahme der neuen S-Bahn müsse das bestehende Angebot zwischen Stormarn und Hamburg so zuverlässig wie möglich funktionieren. Dazu gehören aus Sicht der SPD insbesondere ausreichende Kapazitäten zu den Hauptverkehrszeiten, eine bessere Koordination von Baustellen, verlässliche Anschlüsse, frühzeitige und verständliche Fahrgastinformationen sowie leistungsfähige Ersatzkonzepte bei Streckensperrungen.

„Gerade mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten und die Generalsanierung Hamburg–Lübeck brauchen die Menschen frühzeitig Klarheit darüber, was auf sie zukommt. Es darf nicht passieren, dass die Fahrgäste über Jahre gleichzeitig unter den Verzögerungen der S4 und unter Verschlechterungen auf der bestehenden Strecke leiden“, so Schmalowsky.

Auch der Austausch mit den betroffenen Städten, Gemeinden und Kreisen müsse weiter intensiviert werden. Die Landesregierung gibt in ihrer Antwort an, dass das Verkehrsministerium und NAH.SH regelmäßig mit den Kommunen im Austausch stehen und diese über Veränderungen und Verzögerungen informieren. Für die SPD Stormarn muss dieser Austausch künftig noch stärker dazu genutzt werden, die konkreten Interessen der Pendlerinnen und Pendler aus dem Kreis in die Planungen einzubringen.

Schmalowsky abschließend:

„Die Menschen im Kreis Stormarn warten seit vielen Jahren auf die S4. Weitere Verzögerungen sind nicht einfach nur eine Verschiebung auf einem Projektplan. Sie bedeuten für viele Menschen jeden Morgen und jeden Abend ganz konkrete Belastungen. Wir erwarten deshalb jetzt Transparenz, Beschleunigung und gleichzeitig spürbare Verbesserungen auf der bestehenden Verbindung. Stormarn braucht eine leistungsfähige Schienenanbindung an Hamburg – heute und in Zukunft.“

Hintergrund:
Grundlage der aktuellen Informationen ist die Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat „Erneute Verzögerungen beim Ausbau der S-Bahnlinie S4 Ost zwischen Hamburg und Bad Oldesloe“ und die Antwort der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung, Landtagsdrucksache 20/4616 vom 20. Juli 2026.

 

 

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