Umweltminister Tobias Goldschmidt: „Schleswig-Holstein ist und bleibt Energiewendeland Nr. 1. Der Bund muss jetzt verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, statt in die fossile Richtung zu blinken.“

KIEL. Die Energiewende legt in Schleswig-Holstein weiter zu: Alleine im Jahr 2025 wurden Solar- und Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1,5 Gigawatt neu in Betrieb genommen. Gleichzeitig sanken die Treibhausgasemissionen Schleswig-Holsteins im Jahr 2025 gegenüber 1990 um rund 38 Prozent, gegenüber dem Vorjahr um rund ein Prozent. Damit sind die gesetzlich verankerten Klimaschutzziele für 2030 und 2040 weiterhin erreichbar. Zugleich macht der Bericht deutlich, dass vor allem in den Bereichen Wärme und Verkehr zusätzliche Anstrengungen vom Bund erforderlich sind, um das Minderungsziel von 57 Prozent bis 2030 zu erreichen Dies sind die zentralen Ergebnisse desneuen Energiewende- und Klimaschutzberichts 2026, den die Landesregierung vorgelegt hat.
Klimaschutzminister Tobias Goldschmidt: „Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch, das zeigt Schleswig-Holstein. Wir sind auf einem guten Weg zum klimaneutralen Industrieland. Während die Wirtschaft stärker wächst als bundesweit, sinken die Treibhausgas-Emissionen, kommen zügig Erneuerbare Energien-Anlagen hinzu und die Energiewende gewinnt weiter an Tempo. Gleichzeitig können wir uns auf den bisherigen Erfolgen nicht ausruhen. Das Ziel, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 57 Prozent gegenüber 1990 zu senken, erfordert jetzt eine konsequente Umsetzung unserer Klimaschutzmaßnahmen im Land. Gerade im Bereich Verkehr und Gebäude ist die Politik aus Berlin allerdings ein echtes Risiko. Statt in die fossile Richtung zu blinken, muss die Bundesregierung jetzt alles tun für eine beschleunigte Energiewende. Für unsere Wirtschaft, das Klima und eine gute Zukunft für die Menschen.“
Mit dem Energiewende- und Klimaschutzbericht (EWKB) dokumentiert die Landesregierung den aktuellen Stand bei der Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele des Landes SH, stellt aktuelle Daten zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen und der Erneuerbaren Energien bereit und schreibt die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms 2030 fort.
Hohes Tempo bei der Energiewende
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bleibt ein zentraler Treiber der Energiewende in Schleswig-Holstein. Allein im Jahr 2025 wurden gemäß Marktstammdatenregister rund 800 Megawatt (MW) zusätzliche Windenergieleistung an Land und rund 700 MW Photovoltaik netto zugebaut. Damit verfügt Schleswig-Holstein inzwischen über rund 9,9 GW installierte Windenergieleistung an Land – so viel wie kein anderes Flächenland bezogen auf seine Landesfläche. Mit rund 600 kW installierter Windenergieleistung je Quadratkilometer weist SH bundesweit die höchste Windenergiedichte auf.
Goldschmidt: „Schleswig-Holstein ist Spitzenreiter beim Ausbau der Windenergie. Gleichzeitig genießt die Windenergie im Land eine hohe Akzeptanz, weil sie Wertschöpfung vor Ort schafft, Bürgerinnen und Bürgern Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet und Kommunen direkt von ihr profitieren.“ Aktuell sind zudem bereits Anlagen mit einer Leistung von 2,7 GW genehmigt und in der Umsetzung. Im Genehmigungsverfahren befinden sich weitere 2,3 GW Windenergieleistung. Damit ist Schleswig-Holstein auf einem guten Weg, das Ausbauziel von 15 Gigawatt Wind an Land bis Anfang der 2030er Jahre zu erreichen.
Auch die Solarenergie wächst weiterhin dynamisch. Im Jahr 2025 wurden rund 700 MW neue PV-Leistung netto zugebaut. Gemeinsam mit dem Ausbau der Windenergie rückt SH seinem Ziel von mindestens 45 TWh Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2030 Schritt für Schritt näher.
Beim Ausbau von Speichern wurden ebenfalls deutliche Fortschritte erzielt. Seit Anfang 2022 wurden mehr als 80.839 Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 645 MW in Betrieb genommen. Damit wird die Integration von Erneuerbarer Energie in das Energiesystem weiter verbessert.
Klimaschutz: Treibhausgasemissionen sinken weiter, aber stärkere Senkung erforderlich
Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen zeigt ein differenziertes Bild. Besonders die Energiewirtschaft und die Industrie tragen weiterhin maßgeblich zur Emissionsminderung bei, auch die Landwirtschaft ist auf gutem Weg zur Erreichung ihres Minderungsziels. Zugleich bleibt deutlich, dass insbesondere in den Bereichen Gebäude und Verkehr zusätzliche Fortschritte erforderlich sind, um die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen.
Weitere konkrete Klimaschutzmaßnahmen in Schleswig-Holstein für mehr Tempo
Der Bericht ergänzt das schleswig-holsteinische Klimaschutzprogramm 2030 um weitere konkrete Maßnahmen. Im Bereich der Wärmewende wird das Land künftig die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung durch ein Quartierswärmemanagement unterstützen. Zusätzlich soll ein Kommunalfonds Gemeinden bei investiven Wärme- und Effizienzprojekten in der Startphase entlasten.
Im Verkehrssektor wurde die Landestrategie Elektromobilität fortgeschrieben. Darüber hinaus stehen Mittel des Landes für zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität zur Verfügung. Im Jahr 2025 wurden in Schleswig-Holstein mehr als 15.000 batterieelektrische PKW neu zugelassen. Damit entfiel rund jede fünfte Neuzulassung (22 Prozent) auf ein vollelektrisches Fahrzeug. Im ersten Quartal 2026 sind es bereits über 30 Prozent. Schleswig-Holstein ist damit im Vergleich der Bundesländer Spitzenreiter mit dem höchsten Anteil von batterieelektrischen Fahrzeugen an den Pkw-Neuzulassungen.Für die Transformation der Industrie wird das Maßnahmenpaket zum Wasserstoffhochlauf erweitert. Zudem wurde das Projekt Carbon2Business von Holcim als erstes strategisches Projekt Deutschlands im Rahmen des europäischen Net-Zero Industry Act anerkannt.
Goldschmidt sagte weiter: „Die Energiewende ist für Schleswig-Holstein weit mehr als Klimaschutz. Sie ist Modernisierungs-, Innovations- und Industriepolitik. Unser Ziel ist es, wirtschaftliches Wachstum und sinkende Emissionen miteinander zu verbinden. Dass dieser Weg funktioniert, zeigen die Zahlen: Die Industrie in Schleswig-Holstein wächst und reduziert gleichzeitig ihre Emissionen deutlich.
Während das Klimaschutzprogramm 2030 den strategischen Maßnahmenpfad zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele beschreibt, dokumentiert der Energiewende- und Klimaschutzbericht die Fortschritte bei der Umsetzung und zeigt auf, in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht. Die Landesregierung wird die Umsetzung der Maßnahmen des Klimaschutzprogramms und des Energiewende- und Klimaschutzberichts konsequent fortsetzen und weiterentwickeln.
















