IHK-Zertifikatsübergabe „Assistenz für Fahrzeugreinigung“ in den Stormarner Werkstätten

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Sie haben es geschafft! Die Teilnehmenden des Lehrgangs „Assistenz für Fahrzeugreinigung“ der Stormarner Werkstätten konnten jetzt ihre Zertifikate entgegennehmen. Besonders wertvoll: Dieser Abschluss  wurde von der IHK zertifiziert. Es ist der erste dieser Art, den die Stormarner Werkstätten anbieten konnten.

Bad Oldesloe – Was lange währt. . .  16 Jahre lang versuchten die Stormarner Werkstätten Qualifizierungsangebote für die Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung zu entwickeln, die entweder von der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder aber der Handwerkskammer zertifiziert und damit anerkannt werden. Erst im Sommer 2025 gelang der Durchbruch: Damals startete in den Stormarner Werkstätten der erste Zertifizierungslehrgang „Assistenz Fahrzeugreinigung“ mit insgesamt 5 Teilnehmenden.

Haben es geschafft und halten ihr IHK-Zertifikat in der Hand: Christian Lebens (v.l.), Alessandro Uhlig, Jan Schermer, Vanessa Wolf und Niels Klüver (vorne)

Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Bamberg. „Sie hat gleich mehrere Lehrgänge ausgearbeitet, die genau definierten Qualifikationsstandards unterliegen, so dass eine bundesweite Vergleichbarkeit gegeben ist“, erklärt der Leiter des Bildungszentrums der Stormarner Werkstätten, Jan Domeier.

Bereits im Februar 2025 unterzeichneten die Stormarner Werkstätten mit der Lebenshilfe eine Kooperationsvereinbarung.  Der Zertifizierungslehrgang „Assistenz Fahrzeugreinigung“ ist der erste Lehrgang, weitere aus anderen Bereichen sollen folgen.
Das bedeutet: „Unsere Mitarbeitenden können ab sofort neben den Fortbildungsangeboten, die wir bisher angeboten haben, auch Lehrgänge absolvieren, die von der Handwerkskammer sowie von der Industrie- und Handelskammer anerkannt und zertifiziert werden“, freut sich Einrichtungsleiter Stephan Bruns.

 

Fundierte und am Berufsbildungsgesetz orientierte berufliche Bildungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigung werden, so Bruns, in Zukunft ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Stormarner  Werkstätten darstellen.

 

Etwa 380 Unterrichts- und 120 Praxisstunden mussten die Teilnehmenden hinter sich bringen. Begleitet und unterstützt wurden sie dabei von dem Bildungsbegleiter Stefan Claas und dem Anleiter der Fahrzeugpflege, Thorsten Holz. Der Lehrgang schloss jetzt mit einem praktischen und einem theoretischen Test ab.

Thorsten Holz ist sehr stolz auf die Teilnehmenden. „Es war ein aufregendes Jahr. Sowohl für mich, als auch für die Gruppe. Ich habe mich anfangs gefragt: Bekomme ich das alles hin, kann ich ihnen alles vermitteln? Und dann lief es einfach. Alle haben gut mitgemacht, die Unterrichtsmaterialien, die Lernziele, alles war super gemacht.“ Besonders stolz sei er auf Vanessa Wolf (19), eine Teilnehmende aus dem Berufsbildungsbereich und die einzige junge Frau in dem Lehrgang. „Sie wollte abbrechen, aber wir konnten sie motivieren weiterzumachen. Und das hat sich gelohnt. Sie hat super gut bestanden.“ Ja, sie wollte abbrechen, weil sie sich nicht so gut konzentrieren kann, aber heute sagt Vanessa Wolf: „Es war ein ganz gutes Jahr. Die Theorie war schwierig, aber ich habe sie geschafft. Am meisten Spaß hat mir das Polieren der Autos gemacht.“ Ihre Zukunft sieht die 19-Jährige auf jeden Fall im Kfz-Bereich.

Für Christian Lebens (39) war der Lehrgang ebenfalls ein voller Erfolg: „Ich habe noch sehr viel gelernt. Sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Ich möchte jetzt ein Praktikum außerhalb der Werkstatt machen. Dafür bin ich schon im Gespräch mit unserem Jobcoach und habe sogar schon eine Bewerbung geschrieben.“

„Es war ein spannender Lehrgang“, berichtet Niels Klüver. „Es war wie in der Schule, es war schön, regelmäßig Unterricht zu haben und viele Fächer durchzunehmen.“ Beide Prüfungen hat auch Niels Klüver mit Bravour bestanden. Ob er jetzt einen Außenarbeitsplatz sucht? „Da muss ich noch einmal gucken – und mit dem Jobcoach ins Gespräch gehen.“  Für Jan Schermer, der bereits eine Ausbildung zum Textilreiniger gemacht hat, ist erst einmal klar: „Ich möchte kein Praktikum machen.“ Aber, wer weiß, was noch kommt. Und dann hat er gleich zwei Abschlüsse in der Tasche, mit denen er sich bewerben kann.

 

Melanie Urban von der IHK zu Lübeck lobte die Teilnehmenden: „Heute dürfen Sie stolz auf sich sein. Sie haben gezeigt, was in Ihnen steckt: Lernbereitschaft, Fachwissen, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen. Eigenschaften, die in Unternehmen gefragt sind und die unsere Arbeitswelt bereichern. Vor zwölf Monaten haben Sie sich auf den Weg gemacht, Neues zu lernen, sich weiterzuentwickeln und sich einer Herausforderung zu stellen. Das erforderte Mut,

Durchhaltevermögen und Einsatz. Und heute halten Sie dafür den

verdienten Lohn in den Händen: Ihr IHK-Zertifikat.

 

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