SPD Stormarn fordert bundesweites Böllerverbot – Schutz von Menschen, Tieren und Einsatzkräften muss Vorrang haben

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Die SPD Stormarn spricht sich nach den erneuten Eskalationen, Verletzungen und erheblichen Sachschäden in vielen deutschen Städten zum Jahreswechsel für ein bundesweites Verbot privater Böller und Knallkörper aus. Die jüngsten Ereignisse zeigen erneut, dass das bestehende Regelwerk den Schutz von Menschen, Tieren und Eigentum nicht ausreichend gewährleistet.

„Wir sehen jedes Jahr, dass Passantinnen und Passanten, Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei sowie privates und öffentliches Eigentum massiv gefährdet werden“, erklärt Robert Wuschke, Co-Vorsitzender der SPD Stormarn.

„Böller werden längst nicht mehr nur zum Feiern genutzt, sondern zunehmend als Waffen missbraucht. Wer Rettungskräfte angreift oder Unbeteiligte gefährdet, überschreitet eine klare Grenze. Der Schutz von Leben und Eigentum muss hier eindeutig Vorrang haben.“

Wuschke verweist zudem auf internationale Vergleiche und aktuelle Meinungsbilder:

„In London und anderen Metropolen sind Feuerwerksverbote oder sehr strikte Auflagen bereits Realität – mit spürbaren Sicherheitsgewinnen für die Bevölkerung. Darüber hinaus zeigen aktuelle Umfragen, dass ein großer Teil der Menschen in Deutschland privates Silvesterfeuerwerk ablehnt. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sprechen sich 74 Prozent der Befragten gegen privates Feuerwerk aus. Viele befürworten stattdessen organisierte, öffentliche Alternativen.“

Gleichzeitig betont die SPD Stormarn, dass ein Böllerverbot kontrovers diskutiert wird. Für viele Menschen gehöre Feuerwerk zur Silvestertradition, zudem seien wirtschaftliche Interessen der Pyrotechnik-Branche zu berücksichtigen. Dennoch überwiegen aus Sicht der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Risiken deutlich.

„Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo andere zu Schaden kommen“, so Wuschke weiter. „Die steigende Zahl schwerer Verletzungen, brennender Wohnungen und überlasteter Notaufnahmen zeigt, dass wir politisch handeln müssen.“

Besonders betroffen sind Tiere sowie ältere und kranke Menschen. Darauf weist Marion Meyer, Co-Vorsitzende der SPD Stormarn, ausdrücklich hin:

„Für viele Haus- und Wildtiere bedeutet Silvester panischen Stress oder sogar Lebensgefahr. Aber auch ältere Menschen, Demenzkranke sowie Menschen mit Herz- oder Angststörungen leiden massiv unter der extremen Lärmbelastung. Diese Perspektive wird viel zu oft ausgeblendet.“

Meyer verweist zudem auf eine gesellschaftliche Dimension der Debatte:

„Wir beobachten immer wieder, dass vor allem junge Männer gefährliche Feuerwerkskörper einsetzen. Das zeigt, dass es hier längst nicht mehr nur um Tradition geht, sondern um verantwortungsloses Verhalten, das Leben und Gesundheit anderer gefährdet.“

Laut der Civey-Umfrage fühlt sich inzwischen fast jede dritte Person durch Böller im öffentlichen Raum unsicher – Frauen sind davon besonders betroffen.

„Die zunehmende Rücksichtslosigkeit Einzelner bereitet mir große Sorge“, so Meyer weiter. „Teilweise hat das etwas von einer Jetzt-erst-recht-Mentalität.“

Auch ein Blick in die Niederlande sei warnend, ergänzt Wuschke:

„Dort sind im Vorfeld des ab 2026 geltenden nationalen Feuerwerksverbots die Verkaufszahlen noch einmal stark gestiegen. Nach Angaben der niederländischen Polizeigewerkschaft kam es gleichzeitig zu einem bislang nicht gekannten Ausmaß an Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte.“

„Gerade deshalb müssen wir jetzt klare gesetzliche Regelungen schaffen – und nicht erst kurz vor dem nächsten Jahreswechsel“, betont Meyer. Eine kurzfristige Regulierung führe zu Planungsunsicherheit bei Handel, Behörden und Einsatzkräften und begünstige genau jene Eskalationen, die verhindert werden sollen.

Die SPD Stormarn plädiert daher für ein bundesweit einheitliches Böllerverbot, statt eines Flickenteppichs kommunaler Einzelregelungen. Gleichzeitig spricht sie sich für konstruktive Alternativen aus, darunter:

  • öffentliche, professionell organisierte Feuerwerke,
  • der verstärkte Einsatz von leisem, visuellem Feuerwerk,
  • Licht-, Laser- oder Drohnenshows als gemeinschaftliche Erlebnisse,
  • sowie eine konsequente Bekämpfung illegaler Pyrotechnik.

„Es geht nicht darum, den Menschen das Feiern zu nehmen“, betont Meyer. „Aber wir müssen neue Formen finden, die sicher, menschen- und tierfreundlich sowie solidarisch sind. Ein moderner Jahreswechsel darf nicht auf Kosten der Schwächsten stattfinden.“

Die SPD Stormarn fordert Bund und Länder auf, die gesetzlichen Grundlagen entsprechend anzupassen und den Schutz der Bevölkerung konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

 

 

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