Windbranchentag 2026: Gute Bilanz für Schleswig-Holstein und sorgenvoller Blick nach Berlin

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Energiewendeminister Tobias Goldschmidt: Die Energiewende in Schleswig-Holstein geht mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran und die Windkraft ist dabei das Herzstück unseres Weges zum Klimaneutralen Industrieland. Dass wir heute so gut dastehen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von zukunftsorientierter, bürgernaher Energiepolitik.

KIEL/HUSUM. Energiewendeminister Tobias Goldschmidt besuchte heute den Windbranchentag, um sich mit Akteuren der Windenergie aus Land und Bund auszutauschen und gemeinsam über die nächsten Schritte zu diskutieren. Es kamen auch in diesem Jahr rund 800 Teilnehmer aus Politik und Branche in Husum zusammen.

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Für Schleswig-Holstein zog Energiewendeminister Tobias Goldschmidt eine ungebrochen positive Bilanz: „Die Energiewende in Schleswig-Holstein geht mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran und die Windkraft ist dabei das Herzstück unseres Weges zum Klimaneutralen Industrieland. Die an Land erzeugte Strommenge erreichte auch im letzten Jahr wieder ein Allzeithoch und die Abregelungen sinken weiter. Dass wir heute so gut dastehen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von zukunftsorientierter, bürgernaher Energiepolitik. Indem alle Akteure, wie heute, regelmäßig an einen Tisch kommen, wurde die Energiewende zum echten Schleswig-Holstein-Projekt. Auch in Berlin muss der Blick sich endlich wieder nach vorne richten, statt die Nutzung fossiler Energien mit einer Krücke nach der anderen künstlich in die Länge zu ziehen. Um nicht international ins Hintertreffen zu geraten, müssen die seit über einem Jahr ins Haus stehenden Reformen, wie beispielsweise eine gute Anschlusslösung für das auslaufenden EEG, endlich in die Hand genommen und umgesetzt werden.“

In Schleswig-Holstein sind an Land inzwischen 9,7 GW installierte Leistung in Betrieb, 2,7 GW befinden sich vor der Inbetriebnahme und 2,3 GW im Genehmigungsverfahren. Damit liegt das nördlichste Bundesland beim Wind-Onshore-Ausbau im Bundesvergleich auf Platz 2 bei der Gesamtleistung und mit rund 800 MW Nettozubau im Jahr 2025 deutschlandweit auf Platz 3. Zusätzlich konnte die Genehmigungsdauer für Windenergieanlagen im letzten Jahr ein weiteres Mal reduziert werden, auf nun durchschnittlich 15,6 Monate. Auch der Trend bei den Abregelungen geht weiter in die richtige Richtung. In 2025 mussten 3,6% der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien an Land abgeregelt werden, 2015 waren es rund 17%. Der Anteil von Schleswig-Holstein an den bundesweiten Abregelungen von EE-Anlagen an Land sinkt im Trend. Er lag 2025 bei 14%; in früheren Jahren waren es teilweise über 70%.

Mit Blick auf Berlin war die Stimmung jedoch merklich gedämpfter, Energiewendeminister Tobias Goldschmidt: „Die Sorge der Branche war heute deutlich zu spüren. Die stille Sabotage der Energiewende durch die Bundesregierung ist der Elefant im Raum. Das ist vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage nicht nur ein Nischenproblem, sondern für uns alle bedrohlich. Bei uns im hohen Norden ist die Berliner Bremse beim Ausbau der Erneuerbaren zusätzlich ein wirtschaftliches Risiko. Ein kleiner Lichtblick waren die angekündigten Sonderausschreibungen für die Windkraft. Das war ein Erfolg der Bundesländer, die sich vehement für mehr Ausschreibungsvolumen einsetzen. Dieser Ruck in die richtige Richtung macht mir Hoffnung, dass weitere Kurskorrekturen in Berlin möglich sind. Die Energiewendeländer werden am Ball bleiben.“

Weitere Informationen: 

Die neusten Zahlen zu Abregelungen und Engpassmanagement finden Sie ab heute hier:
schleswig-holstein.de – Netzausbau – Engpassmanagement

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