Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April warnt der Kinderschutzbund vor einer Schlechterstellung von Kindern und Familien bei der aktuell von der Bundesregierung diskutierten Reform der Jugendhilfe. Es besteht die Gefahr, dass Hilfen zur Erziehung abgebaut, Jugendämter noch mehr belastet und fachliche Standards abgesenkt werden, alles zum Nachteil von Kindern aus belasteten Familien und auch Kindern mit Behinderungen. Genau davor warnt der Kinderschutzbund auch in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf.

Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, führt aus: „Eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist richtig und überfällig. Aber die angekündigten Reformen werden hier klammheimlich genutzt, um Einsparungen durch die Hintertür in der gesamten Kinder- und Jugendhilfe zu ermöglichen. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erleben, brauchen Unterstützung – und keine Zuständigkeitsdebatten oder Kürzungen.“
Mehr Prävention – weniger konkrete Hilfe in Notfällen?
Der Kinderschutzbund kritisiert insbesondere Kürzungen bei den Hilfen zur Erziehung. Mit diesen werden Familien nur dann unterstützt, wenn das Wohl der Kinder bereits stark gefährdet ist. Stattdessen soll es in Zukunft vor allem allgemeine Angebote in Kita und Schule geben. Diese können sicher Ansprechpartner für Kinder sein und damit wichtig für die Prävention. Aber sie werden nicht in der Lage sein, Kinder und Familien angemessen bei grundlegenden Konflikten zu begleiten. Hier besteht die realistische Gefahr, dass gewaltbetroffene Kinder keine oder zu spät Hilfe erhalten.
Mehr Meldungen zu Kindeswohlgefährdungen
Die Anzahl der Kindeswohlgefährdungen wächst von Jahr zu Jahr. Dies hat sicher mit einer größeren Sensibilität in der Gesellschaft zu tun und führt zwangsläufig zu Kostensteigerungen in der Kinder- und Jugendhilfe. „Man kann eine Kindeswohlgefährdung aber nicht wegsparen“, so Daniel Grein. „Wir brauchen im Gegenteil starke Jugendämter, verlässliche Strukturen und ausreichend qualifiziertes Personal, um dem zu begegnen.“
Aktionen in den Kinderhäusern Blauer Elefant in Stormarn
Die Kinderhäuser Blauer Elefant in Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe werden am 30. April ein Zeichen setzen für das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Zurzeit gestalten und basteln die Kinder selber große Banner, die am 30. April außen an den Kinderhäusern angebracht werden.
Die vollständige Stellungnahme des Kinderschutzbundes finden Sie unter www.kinderschutzbund.de.
















