KIEL. Das schleswig-holsteinische Umweltministerium wurde heute Nachmittag durch die Polizei über eine Buckelwal-Sichtung am Ausgang der Kieler Förde informiert und konnte diese, nach einer Begutachtung vor Ort, auch bestätigen. Es handelt sich vermutlich um das Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark beobachtet wurde.
Der Wal bewegte sich nach einem kurzen Aufenthalt in flacheren Gewässern zuletzt wieder langsam in Richtung offene See.

Es wird darum gebeten, auch weiterhin bei Wal-Sichtungen großen Abstand zu halten und im Falle einer Strandung diese den örtlichen Behörden zu melden. Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld stellt einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und sollte unbedingt vermieden werden. Auch vor diesem Hintergrund sieht das Umweltministerium Stand jetzt von einer engeren Begleitung des Tieres ab.
Das Umweltministerium hat eine Meldekette etabliert, um bei möglichen weiteren Sichtungen und insbesondere im Falle einer Strandung erneut schnell reagieren zu können.
Weitere Informationen:
Die Gründe für Walsichtungen in der Ostsee sind vielfältig. Vor allem Buckelwale haben sich nach einem Bestandstief nach Einstellen der Jagd wieder deutlich erholt. Hierdurch steigt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass diese Wale häufiger an Orten auftauchen, die viele Jahre nicht aufgesucht wurden.
Auch die fortschreitende Verschlechterung der Meereslebensräume durch menschliche Einflüsse kann zu häufigeren Sichtungen beitragen. Hier sind vor allem Orientierungsschwierigkeiten aufgrund der hohen durch den dichten Schiffsverkehr verursachten Lärmbelastung, gesundheitliche Beeinträchtigungen zum Beispiel in der Folge von Sprengungen und negative Einflüsse der kommerziellen Fischerei (z.B.Stell- und Geisternetze) zu nennen.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es sich hier um wildlebende Arten handelt, die sich frei in ihrem Lebensraum bewegen und dies auch können müssen. Insbesondere wandernde Großwale können also immer wieder einmal in der schleswig-holsteinischen Ostsee auftauchen und sich hier für mehr oder weniger lange Zeiträume aufhalten.
Die Tiere sollten möglichst nicht beunruhigt werden. Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld der Tiere stellt in der Regel einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und sollte unbedingt vermieden werden.
Versuche, Großwale großräumig aus bestimmten Meeresgebieten herauszuleiten sind aus artenschutzfachlicher Sicht nur unter engen Voraussetzungen überhaupt vertretbar. In der Regel trifft dies nicht auf Tiere zu, die sich, wie in diesem Fall, noch aktiv im freien Wasser bewegen.
















