
AHRENSBURG. Wie riecht eigentlich eine Erinnerung? Am vergangenen Freitagabend stieg ein ganz bestimmter Duft auf der Bühne auf: der Kaffeeduft an einem stillen Feldrand. Es war ein mitgebrachtes Bild aus dem Publikum, das das Improvisationstheater Spontanika feinfühlig aufgriff und in eine berührende Langform-Geschichte verwandelte.
Mit dem Format „Das letzte Lachen“ wagte das Ensemble ein außergewöhnliches Experiment. In Kooperation mit dem Ambulanten Hospizdienst Ahrensburg e.V. und dem Lichtermeer Bestattungsinstitut entstand am 21. August ein Raum, in dem Trauer, Lebensfreude und Humor überraschend nah beieinanderlagen.
Auf der Bühne dienten die persönlich geschriebenen Bucket-Lists der Zuschauer als Treibstoff für den Abend. Zusammen mit kurios-skurrilen Fundstücken – wie der spektakulären „Urne 2000“ von Filips und einer behutsam ausgewählten Totenanzeige – spannte das Ensemble den Bogen zwischen feinsinniger Tiefe und befreiendem Lachen. Mit großer Spielfreude starben die Darsteller den wohl theatralischsten Bühnentod, bevor ein besonderer Gänsehaut-Moment folgte: Unter der musikalischen Begleitung von Stephanie Arndt und Kay stimmten das Publikum und das gesamte Team gemeinsam die Hymne „Always Look on the Bright Side of Life“ an, während ein Sarg feierlich in den Raum getragen wurde.
Nach der Aufführung klang der Abend bei Speis und Trank harmonisch aus. Im unbefangenen Austausch mit dem Hospizdienst und dem Bestattungsinstitut verflogen letzte Berührungsängste. Wer mutig war, konnte sogar eine ungewohnte Perspektive einnehmen und zur Probe im Sarg liegen – eine Erfahrung, die der Vergänglichkeit auf überraschend leichte Weise den Schrecken nahm.
Ein poetischer und erlösender Abend, der bewies: Das Leben will gefeiert werden – in jedem Moment und bis zum allerletzten Vorhang.
















