Stormarner Kindertage 2026 – Kinder, eure Zeit ist jetzt!

0

Ab dem 14. September stehen Kinder und ihre Rechte wieder im Mittelpunkt: Die Stormarner Kindertage laden bis zum 27. September dazu ein, Kinderrechte kennenzulernen, gemeinsam aktiv zu werden und sich mit den Bedürfnissen von Kindern und Familien auseinanderzusetzen. Unter dem Motto „Kinder, eure Zeit ist jetzt!“ gibt es im gesamten Kreis Stormarn zahlreiche Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Familien.

Mit dabei sind Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Kommunen, Vereine und Verbände, Kitas und Schulen, Jugend- und Familienzentren, Kirchen, Sport- und Kulturinstitutionen sowie viele weitere engagierte Akteure. Das Programm reicht von Kinder- und Familienfesten über Spiel- und Sportaktionen, Vorleseangebote und Theater bis hin zu Workshops, Elternveranstaltungen und Angeboten rund um Demokratie, Beteiligung und Medienbildung.

 

Diesmal in Reinfeld: Der Kinderrechte-Pavillon macht vom 21. bis 27. September Station vor dem Rathaus. Die Stadt Reinfeld hat gemeinsam mit zahlreichen Vereinen, Einrichtungen und Organisationen ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Mehr als 30 Angebote sind in dieser einen Woche geplant – ein beeindruckendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen.

Eröffnet wird der Kinderrechte-Pavillon am 21. September um 14 Uhr mit einem bunten Kinderfest. Der Bürgermeister lädt alle Kinder ein, Spaß zu haben und die Kinderrechte kennenzulernen. Mit dabei ist auch das Elefanto-Spielmobil des Kinderschutzbundes und viele Spielangebote der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei, der AWO u.a. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Woche voller Begegnungen, Informationen, Spiel und Mitmachaktionen. Dabei sind unter anderem die Stadt Reinfeld, der Kinderschutzbund Stormarn, Kitas und Schulen, das Familienzentrum, die Jugendpflege, der Kreisjugendring, die Frühen Hilfen, die Polizei, Vereine, Kirchengemeinden und viele weitere Partner.

Personen v.l.:
· Birgit Gerber, AWO Neue Welten
· Hans-Werner Harmuth, Kreispräsident und Schirmherr der Stormarner Kindertage
· Uwe Sommer, Geschäftsführer Kreisjugendring Stormarn
· Sabine Prinz, Schulleitung Stadtschule Bad Oldesloe
· Renate Günther, Geschäftsführung Kinderschutzbund Stormarn
· Roald Wramp, Bürgermeister von Reinfeld
· Carsten Reichentrog, Leitung Kreisjugendamt Stormarn
· Jana Schmidt, Stellvertretende Vorsitzende Kinderschutzbund Stormarn und Leitung Kita Moordamm
Bild: DKSB

„Die Gewährleistung von Kinderrechten ist eine Teamleistung“, betont Reinfelds Bürgermeister Roald Wramp. Kinderrechte würden in Reinfeld bereits in Kitas und Schulen gelebt und auch in der kommunalen Arbeit eine wichtige Rolle spielen. Besonders wichtig sei dabei das Recht auf Beteiligung: Kinder sollen früh einbezogen werden und mitentscheiden können, wie ihre Stadt gestaltet wird – etwa bei Spielplätzen, Schulhöfen oder sicheren Schulwegen.

 

Darüber hinaus gibt es auch in anderen Kommunen zahlreiche Angebote. In Ahrensburg stehen unter anderem die Kinderkonferenz, eine Kinderdisko, ein Spielefest, eine Kinderrechte-Fahrradtour, das Fest ohne Grenzen und Angebote rund um das Thema Kinderarmut auf dem Programm. In Bargteheide gibt es unter anderem ein Kinderfest, eine Kinderrechte-Fahrradtour, eine Disco im JUZE, eine Lego-Bauaktion und verschiedene Angebote des Kinder- und Jugendbeirats. Bad Oldesloe bietet unter anderem die Woche der Demokratie, einen Anti-Mobbing-Parcours, das Projekt „Echt Klasse!“, das Thema Kinderrechte im Kinderrechtepark sowie verschiedene Spiel- und Mitmachangebote.

 

Auch in Glinde, Reinbek, Barsbüttel, Oststeinbek, Trittau, Tangstedt, Zarpen, Hamfelde, Lasbek, Großhansdorf und Travenbrück finden Veranstaltungen statt. Die Angebote richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und greifen ganz unterschiedliche Kinderrechte auf: das Recht auf Spiel und Freizeit, Bildung und Beteiligung, Schutz und Unterstützung, aber auch das Recht auf Information und auf ein gutes und gesundes Aufwachsen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Thema Beteiligung und Demokratie. Die Ahrensburger Kinderkonferenz, Angebote der Kinder- und Jugendbeiräte, die Woche der Demokratie in Bad Oldesloe und Veranstaltungen des Kreisjugendrings zeigen, wie Kinder und Jugendliche ihre Meinung einbringen und ihre Lebenswelt mitgestalten können.

 

Auch die Medienbildung spielt eine Rolle. Der Kreisjugendring bietet einen kreativen Medienworkshop für Grundschulkinder und Eltern an. Dabei geht es unter anderem um Sicherheit, Datenschutz, Bildrechte und Werbung. Gleichzeitig können Kinder und Jugendliche in den Jugendtreffs des Kreisjugendrings erfahren, dass ihr Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung ebenso zu den Kinderrechten gehört wie Beteiligung und Information.

Für Eltern gibt es ebenfalls zahlreiche Angebote. Dazu gehören Elternkurse, ein Mamafrühstück, ein Eltern-Info-Abend in Reinfeld, ein Vortrag für Eltern von Teenagern, ein Kochworkshop für Schwangere und weitere Veranstaltungen rund um Familie, Erziehung und das Aufwachsen von Kindern.

 

Ein weiterer Schwerpunkt des Kinderschutzbundes bleibt das Thema Kinderarmut. Mit der traditionellen Fähnchenaktion, die am 17. September vor dem Ahrensburger Schloss stattfindet, wird darauf aufmerksam gemacht, dass auch im Kreis Stormarn Kinder unter finanziellen Einschränkungen aufwachsen. Der Kinderschutzbund setzt sich dafür ein, dass Familien Rahmenbedingungen vorfinden, die ihnen ermöglichen, ihre Kinder gut zu versorgen und ihnen gute Entwicklungschancen zu bieten.

„Wir dürfen Eltern mit der Verantwortung für ihre Kinder nicht alleinlassen“, sagt Renate Günther, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Stormarn. Als Gesellschaft müsse man sich fragen, was man dafür tun könne, dass Familien diese Verantwortung gut wahrnehmen können. Unterstützung, Beratung und gute Kommunikation seien dabei wichtige Bausteine.

 

Für Kreispräsident und Schirmherr Hans-Werner Harmuth sind die Stormarner Kindertage deshalb mehr als eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe: „Kinderrechte sind nicht etwas für zehn oder 14 Tage, sondern für 365 Tage im Jahr.“ Die Kindertage seien eine wichtige Gelegenheit, Kinderrechte öffentlich sichtbar zu machen – entscheidend sei aber, dass sie anschließend jeden Tag weitergelebt werden.

Die Stormarner Kindertage zeigen auch in diesem Jahr, wie vielfältig das Engagement für Kinder und Familien im Kreis ist. Alle Angebote sind kostenlos. Möglich wird dieses umfangreiche Programm durch das große Engagement der Veranstalter, Ehrenamtlichen, Kommunen und Kooperationspartner sowie durch die Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Holstein.

 

Das vollständige Programm der Stormarner Kindertage ist auf der Website www.stormarner-kindertage.de/veranstaltung zu finden.

Das Programm des Kinderrechte-Pavillons finden Sie hier: https://stormarner-kindertage.de/kinderrechte-pavillion/

 

 

Statements der Teilnehmenden an der Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms der Stormarner Kindertage 2026 (03.09.2026)

 

Hans-Werner Harmuth, Kreispräsident und Schirmherr der Stormarner Kindertage

„Kinderrechte sind nicht etwas für zehn oder 14 Tage, sondern für 365 Tage im Jahr. Die Stormarner Kindertage sind deshalb eine wichtige Gelegenheit, dieses Thema immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Aber nach den Kindertagen dürfen wir nicht aufhören – wir müssen Kinderrechte jeden Tag leben.“

„Eltern tragen in erster Linie Verantwortung für ihre Kinder. Aber wir dürfen sie damit nicht alleinlassen. Wo Unterstützung notwendig ist, müssen wir als Gesellschaft und als Kreis da sein und Kindern die vielen Möglichkeiten geben, die sie brauchen, um gut aufzuwachsen.“

 

Roald Wramp, Bürgermeister der Stadt Reinfeld

„Die Gewährleistung von Kinderrechten ist eine Teamleistung. Sie beginnt in den Kitas und Schulen und reicht bis in die kommunale Verwaltung und Politik. In Reinfeld haben wir ein gut funktionierendes Netz, in dem Kinder und Eltern unterstützt werden.“

„Zu den Kinderrechten gehört ganz entscheidend auch das Recht auf Beteiligung. Deshalb wollen wir Kinder früh einbeziehen und sie mitentscheiden lassen, wie ihre Stadt aussehen soll – zum Beispiel bei Spielplätzen, Schulhöfen oder sicheren Schulwegen. Kinder gestalten schließlich die Zukunft, in der sie selbst leben werden.“

„Über 30 Angebote sind in Reinfeld zusammengekommen – quer durch Vereine, Verbände und Institutionen. Das ist eine großartige Teamleistung und zeigt, wie viel Engagement es in unserer Stadt gibt. Darauf dürfen wir als Stadt durchaus stolz sein.“

 

Renate Günther, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Stormarn

„Unser Schwerpunkt bei den Stormarner Kindertagen ist nach wie vor die finanzielle Situation von Familien und Kindern – plakativ gesagt: Kinderarmut. Wir wollen, dass sich die Gesellschaft damit auseinandersetzt, was Familien brauchen, damit sie ihre Kinder gut erziehen können. Dazu gehören auch finanzielle Rahmenbedingungen, die ein gutes Aufwachsen ermöglichen.“

„Wir dürfen Eltern mit der Verantwortung für ihre Kinder nicht alleinlassen. Als Gesellschaft müssen wir uns fragen: Was kann ich dafür tun, dass es Familien besser gelingt? Genau darum geht es auch bei unseren Angeboten. Wir wollen Eltern stärken, ihnen Unterstützung anbieten und eine gute Kommunikation in den Familien fördern.“

„Alle Angebote der Stormarner Kindertage sind kostenlos. Das ist nur möglich, weil alle Veranstalter ihre Angebote unentgeltlich für die Menschen anbieten. Das finde ich sehr beeindruckend und es zeigt, wie groß das Engagement im Kreis Stormarn ist.“

 

Jana Schmidt, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Stormarn und Leiterin der Kita Moordamm:

„Die Stormarner Kindertage sind für mich eine wichtige Plattform, um Kinderrechte sichtbar zu machen und den Fokus auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern zu richten. Gleichzeitig zeigen sie eindrucksvoll, was im Kreis Stormarn bereits alles passiert – gerade durch das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen und Institutionen, die sich für Kinder einsetzen und immer wieder neue Wege der Zusammenarbeit finden.“

„Ich finde es großartig, dass die Stormarner Kindertage eine solche Bühne für Kinderrechte bieten. Sie machen sichtbar, wie vielfältig das Engagement in Stormarn ist und wie gut unterschiedliche Akteure miteinander vernetzt sind.“

 

Sonja Baudisch, Koordinatorin des Familienzentrums Reinfeld und Nordstormarn:

„Wir hatten das Glück, dass die Stadt Reinfeld den Kinderrechte-Pavillon in diesem Jahr vor dem Rathaus aufstellt. Gemeinsam mit der Verwaltung, den Vereinen und Organisationen ist es gelungen, ein sehr vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen, das alle Altersgruppen und auch die Eltern anspricht.“

„Besonders beeindruckend ist, wie viele Angebote in nur einer Woche im Kinderrechte-Pavillon Platz finden. Dass es gelungen ist, in so kurzer Zeit ein so umfangreiches Programm auf die Beine zu stellen, zeigt, wie stark das Netzwerk und das ehrenamtliche Engagement in Reinfeld sind.“

 

Urs Huntemann, Kinderschutzkoordinatorin für den Kreis Stormarn

„Ich bin sehr dankbar für die Vielfalt der Angebote und für die Organisation der Stormarner Kindertage. Das wird großartig, und ich freue mich sehr auf die Veranstaltung.“

 

Kerstin Kocherscheid-Spohn, Leiterin der AWO-Bewegungskita Reinfeld

„Kinderrechte müssen immer wieder deutlich und laut gemacht werden. Die Stormarner Kindertage sind eine wunderschöne Möglichkeit, Kinder in ihrem eigenen Sozialraum aktiv und sichtbar werden zu lassen. Entscheidend ist, dass Kinder gesehen und gehört werden – dafür können wir ihnen hier eine Plattform bieten.“

„Mit unserem Eltern-Info-Abend möchten wir Familien niedrigschwellig dabei unterstützen, in der Flut der Informationen die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu finden. Eltern können mit ihren Fragen und Themen kommen und genau die Unterstützung oder Expertise finden, die sie brauchen.“

 

Carsten Reichentrog, Leiter des Kreisjugendamtes Stormarn

„Was kann es als schöneres und größeres Format geben, als die Stormarner Kindertage, um Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben? Für uns als Kreisjugendamt sind sie ein wichtiger Baustein, um Kinderrechte sichtbar zu machen und die Angebote für Kinder und Familien miteinander zu verknüpfen.“

„Das Thema Kinderrechte zieht sich mittlerweile durch das ganze Jahr. Wir wollen die Impulse der Stormarner Kindertage aufgreifen und in unsere Angebote übertragen. Unser Ziel ist, dass Kinderrechte nicht nur während der Kindertage, sondern 365 Tage im Jahr gelebt werden.“

 

Uwe Sommer, Leiter des Kreisjugendrings Stormarn

„Dass die Stormarner Kindertage nun seit 26 Jahren bestehen, ist schon großartig. Entstanden sind sie aus dem gemeinsamen Wunsch der Verbände, nach dem Recht auf gewaltfreie Erziehung mehr zu tun als nur einen einzelnen Kindertag zu veranstalten.“

„Die Stormarner Kindertage leben davon, dass viele unterschiedliche Akteure mitwirken. Dabei geht es nicht darum, ein einzelnes Kinderrecht zum wichtigsten zu erklären. Es geht um das Ganze – um die Vielfalt der Kinderrechte und darum, sie gemeinsam in Stormarn sichtbar zu machen.“

 

Johanna Mierendorf, Kreisjugendring Stormarn

„Kinderrechte begleiten uns 365 Tage im Jahr. Dazu gehören für uns auch das Recht auf Freizeit, Spiel, Spaß und Erholung sowie das Recht auf Medienbildung. In unseren Jugendtreffs erleben Kinder und Jugendliche Beteiligung ganz konkret: Sie können mitgestalten und selbst entscheiden, was dort passiert.“

„Mit unserem Medienworkshop wollen wir Kindern und Eltern einen sicheren Einstieg in die Mediennutzung ermöglichen. Dabei geht es um Themen wie Datenschutz, Bildrechte und Werbung, aber auch darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und Orientierung zu geben.“

 

Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule Bad Oldesloe

„Kinderrechte gehören unbedingt in die Schule. Gesellschaft verändert sich massiv, und wir müssen darauf reagieren. Wenn wir wollen, dass sich Haltungen verändern und Demokratie gelebt wird, müssen wir bei den Kindern anfangen und ihnen ihre Rechte vermitteln.“

„Kinder wissen manchmal besser als wir, was für sie richtig ist. Deshalb müssen wir ihnen zuhören und ihnen echte Beteiligung ermöglichen. Kinder sollen wissen: Du hast Rechte, deine Meinung zählt, du kannst mitgestalten und etwas bewegen.“

 

 

 

Stormarner Kindertage – Ein kurzer Rückblick

Mehr Kinderfreundlichkeit, mehr Kindergerechtigkeit in unserem Landkreis Stormarn – das sind die Hauptgründe, weshalb sich seit 24 Jahren immer wieder rund um den Weltkindertag im September viele Veranstalter an den Stormarner Kindertagen beteiligen.

Im Jahre 2000 war der Kinderschutzbund Stormarn Partner einer bundesweiten Kampagne des Bundesfamilienministeriums, um das neue Gesetz zur gewaltfreien Erziehung von Kindern (BGB § 1631) bekannt zu machen. Zusammen mit Vertretern der Arbeiterwohlfahrt, des Deutschen Roten Kreuzes, der Kinderbeauftragten und des Amtes für Jugend, Schule und Familie des Kreises Stormarn, des Kreisjugendringes, der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit und der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes veranstaltete der Kinderschutzbund mehrere Vorträge und Diskussionsrunden mit Dr. Jan Uwe Rogge zum Thema Gewaltfreie Erziehung. Bereits in diesem Jahr war man sich einig, dass es weitere Veranstaltungen zu diesem wichtigen Thema geben muss. Deshalb wurden im Jahre 2001 rund um den Weltkindertag am 20. September die ersten Stormarner Kindertage mit 16 Fachveranstaltungen zum Thema der gewaltfreien Erziehung unter der Koordination des Deutschen Kinderschutzbundes veranstaltet. Die Schirmherrschaft übernahm die damalige Kreispräsidentin Ursula Stielau (SPD).

Schon im ersten Jahr formulierten die Veranstalter die Vision, dass die Stormarner Kindertage zu einer festen Veranstaltungsreihe werden könnte. Da es eine Vielzahl elementarer Rechte von Kindern gibt, die nach wie vor verletzt werden, entschied man sich, die Zielsetzung zu erweitern. Typische Bereiche, die auch zu den Aufgabengebieten der Jugendhilfe gehören, sind Gesundheit, Bildung, Armut, Verkehr oder Fragen der Mitbestimmung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Insofern war es ein logischer Schritt, dass die „UN-Konvention über die Rechte des Kindes“ zur thematischen Grundlage der Stormarner Kindertage werden musste.

In dieser Zeit wurden auch auf Bundes- und Landesebene von den Regierungen Aktionspläne entwickelt, die die Umsetzung der UN-Kinderrechte vorantreiben sollten. Es war nur sinnvoll, fortan auch die Stormarner Kindertage an diesen Aktionsplänen auszurichten. Entsprechend orientierten sich die Kindertage an den Handlungsfeldern der Regierungsaktionspläne. Mittlerweile führen sowohl die Bundesregierung wie auch die Landesregierung die Aktionspläne nicht mehr fort. Das wurde in Stormarn zum Anlass genommen, die Handlungsfelder durch eine Auswahl von zwölf wichtigen Kinderrechten zu ersetzen.

  1. Alle Kinder haben das Recht gleich behandelt zu werden, egal ob sie Jungen oder Mädchen, Deutsche oder Ausländer, dick oder dünn, groß oder klein, arm oder reich, krank oder gesund sind. (Artikel 2)
  1. Kinder haben das Recht, vor Gewalt geschützt zu werden. Dazu gehört auch der Schutz vor Beschimpfungen und Hänseleien. (Artikel 19)
  2. Kinder haben das Recht, soviel wie möglich zu lernen und eine Ausbildung zu machen. (Artikel 28, 29)
  3. Kinder haben das Recht, dass ihre Eltern für sie da sind und sie liebevoll und respektvoll behandeln. Eltern dürfen ihren Kindern keine Gewalt zufügen. (Artikel 5, 19, 34)
  4. Kinder haben das Recht auf die Fürsorge beider Elternteile und das Recht auf den Kontakt zu Vater und Mutter und allen Verwandten. (Artikel 9, 10)
  5. Kinder mit Behinderungen haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. (Artikel 23)
  6. Kinder haben das Recht, gesund und gut leben zu können. Es soll alles dafür getan werden, dass sie gesund bleiben bzw. werden. Sie sollen genug zu Essen und Kleidung bekommen. (Artikel 24, 27, 26)
  7. Kinder haben das Recht sich zu informieren, sich frei zu entscheiden und bei Themen, die sie betreffen, mitzubestimmen. (Artikel 12, 13, 14, 17)
  8. Kinder haben das Recht zu spielen, zu basteln, Sport zu treiben, Freunde zu treffen und sich auszuruhen. (Artikel 31)
  9. Kinder haben das Recht auf einen eigenen Namen, auf die Zugehörigkeit zu einer Familie und zu einem Staat, denn kein Kind soll mit einem anderen verwechselt werden können. (Artikel 7, 8)
  10. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, d.h. niemand darf ohne Erlaubnis des Kindes dessen Post öffnen, seine E-Mails oder sein Tagebuch lesen. (Artikel 16)
  11. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Armut. (Artikel 26, 27)

 

Besondere Aufmerksamkeit bekamen die Kindertage im Jahr 2004 als die damalige Landesministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie Anne Lütkes ebenfalls die Schirmherrschaft übernahm. Und 2005 eröffnete ihre Nachfolgerin, die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren Dr. Gitta Trauernicht die Stormarner Kindertage.

Einen neuerlichen Entwicklungsschub gab es im Jahr 2008, als die Stormarner Kindertage als erstes Projekt in die Kampagne „Für ein kindergerechtes Deutschland“ des Bundesfamilienministeriums aufgenommen wurden. Mit der Unterstützung des Bundesministeriums brachte der Kooperationskreis wichtige Entscheidungen zur Zukunft der Stormarner Kindertage auf den Weg, inklusive eines neuen Logos für die Kindertage.

Als dritter Schirmherr unterstützt Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU) seit 2013 aktiv die Stormarner Kindertage. Seine Vorgängerin Christa Zeuke (CDU) hatte mit ihrer Vision vom Kreis Stormarn als kinderfreundlichsten Kreis in Deutschland über 10 Jahre den Kindertagen eine herausragende Bedeutung verliehen.

 

Kommentar schreiben (erst nach Moderation sichtbar)

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

*