Bad Oldesloe: Am 01.10.2026 feierte der Kreis Stormarn im Kreistagssitzungssaal 30 Jahre Klimaschutz und Klimaschutzprogramm. Neben einem Rückblick auf die Arbeit der vergangenen Jahre wurde der Blick auf die zukünftige Arbeit gerichtet.

Die Intention des Logos der Veranstaltung „Mit Rückenwind volle Kraft voraus“ spiegelte sich in der euphorischen Stimmung bei den Teilnehmenden der Veranstaltung wider. Der Wunsch des Sachgebietes Klimaschutz und Klimaanpassung nach guter Vernetzung und Zusammenarbeit mit den klimaaktiven Menschen im Kreis Stormarn traf die Bedürfnisse der Gäste.
Die Veranstaltung startete ganz besonders mit einem ergreifenden Science Slam von PD Dr. med. Christian Herzmann, Leiter des Sachgebietes Gesundheitsaufsicht, in dem er die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben und die Gesundheit der Menschen auf der Welt und im Speziellen in Stormarn mit einem dringenden Appell für mehr Klimaschutz darlegte.
In seiner Eröffnungsrede hob Landrat Dr. Henning Görtz die Vorreiterrolle des Kreises beim Klimaschutz mit dem ersten Klimaschutzprogramm eines Landkreises bundesweit und der ersten vom Bund geförderten Klimaanpassungsmanagerin hervor.
Umweltminister Tobias Goldschmidt betonte in seiner Festrede nicht nur die Notwendigkeit des Klimaschutzes für die Minimierung des Klimawandels, sondern insbesondere auch die Reduzierung der Abhängigkeit von autokratischen Regimen durch eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energiequellen. Darüber hinaus hob er die Bedeutung der Klimaanpassung hervor, um eine lebenswerte Umwelt für Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.
Für ihr 30-jähriges Engagement für den Klimaschutz im Kreis Stormarn wurde Isa Reher von Landrat Dr. Hennig Görtz geehrt.
Der weitere Verlauf der gut besuchten Veranstaltung stand ganz im Sinne der auch von Umweltminister Tobias Goldschmidt zuvor betonten gemeinsam anzugehenden Aufgabe. Das Team des Sachgebietes Klimaschutz und Klimaanpassung stellte sich und seine Tätigkeiten mit praktischen Beispielen in einem erfrischenden Video vor. Der Wunsch, sich gemeinsam mit den anwesenden Gästen von Institutionen, Vereinen, Bildungsträgern, Politik und Verwaltung, sowie den Bürgerinnen und Bürgern für Klimaschutz und Klimaanpassung zu engagieren, wurde durchweg geteilt.
Schülerinnen und Schüler hoben in einer Gesprächsrunde hervor, dass ihnen wichtig ist, in sie betreffende Entscheidungsprozesse kontinuierlich mit eingebunden zu werden. Darüber hinaus hatten der Ausbau des ÖPNV im Flächenland Schleswig-Holstein, der Hitzeschutz in den Schulgebäuden sowie die Beschattung und Entsiegelung von Schulhöfen einen bedeutenden Stellenwert in der Diskussion.
In einer zweiten Gesprächsrunde hatten Vertreterinnen und Vertreter aus den Kommunen Gelegenheit, von ihrer Klimaschutz- und Klimaanpassungsarbeit zu berichten. Jürgen Hettwer, Bürgermeister von Oststeinbek, beschrieb die Folgen von Starkregenereignissen in seiner Gemeinde und wie mithilfe von beratender und finanzieller Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger die Entsiegelung von Flächen vorangetrieben werden soll. Patricia Alt, Leiterin des Fachbereiches Bauen und Umwelt im Amt Siek, berichtete von der Bedeutung digital vorliegender Informationen zu Liegenschaften und deren Verbrauchsdaten, um Sanierungsmaßnahmen priorisieren zu können. Klimaschutzpersonal aus der Stadt Reinbek und dem Amt Trittau warb gegenüber Umweltminister Tobias Goldschmidt dafür, dass das Land mehr Aufgaben übernehmen könne, die sonst jede Kommune einzeln veranlassen muss. In einer Blitzlichtrunde „wenn Geld keine Rolle spielen würde“, wünschte sich Herr Hettwer den Autoverkehr in eine andere Ebene und Blue-Green-Streets für mehr Erholungsgebiete und mehr Entsiegelung im Bereich der Straßen. Auch in dieser Runde wurde eine Verbesserung des ÖPNV hervorgehoben.
Vor dem Austausch aller Teilnehmenden betonte Kreispräsident Harmuth in seinen abschließenden Worten noch einmal die Notwendigkeit, Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und über die Vorteile und Erfolge beim Klimaschutz und der Klimaanpassung zu berichten.















