Gedenken an den Todesmarsch

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Es war ein gespenstischer Zug, der am 30. April 1945 in Bargteheide Halt machte. Etwa 240 Insassen aus dem Konzentrationslager Neuengamme wurden von SS-Leuten mit einer Hundestaffel Richtung Norden getrieben. Wer zu schwach zum Weitermarschieren war, wurde unterwegs erschossen. Der Zug nächtigte in einer Scheune, die sich damals zwischen Utspann und dem Kleinen Theater befand. Am 4. Mai 1945 erreichten die Überlebenden Flensburg. Sie wurden auf einem Frachtschiff interniert und erst sechs Tage später von britischen Truppen befreit

Dieser Todesmarsch war das letzte Verbrechen der Nationalsozialisten in unserer Stadt, die damals noch ein Dorf war. Daran soll jetzt eine Stele erinnern, die am ehemaligen Standort der Scheune aufgestellt ist. Die Enthüllung ist für kommenden Montag geplant.

Dr. Ruth Kastner und Johann Kutsche von der Geschichtswerkstatt am Standort der Gedenktafel

Kaum jemand, der dieses schreckliche Geschehen wahrnahm oder auch nicht wahrnehmen wollte, erinnerte sich später daran. Britische Truppen waren bereits über die Elbe gesetzt und in der Nähe. Die Nationalsozialisten hatten die Spuren ihrer Verbrechen im KZ bereits nach Kräften beseitigt.

Im vergangenen Jahrging eine Demonstration dem Leidensweg der Häftlinge nach. Etwa 300 Bargteheider*innen beteiligten sich. Daraus entstand die Idee für ein Denkmal, um das Vergessen und Schweigen zu beenden. Die Bargteheider Geschichtswerkstatt hat das Projekt vorangetrieben. „Wir haben die Unterstützung der Stadtverwaltung und aller politischen Parteien dafür“, sagt die Vorsitzende Dr. Ruth Kastner.

Am kommenden Montag wird das Denkmal um 16.50 Uhr enthüllt. Während der musikalisch umrahmten Veranstaltung sprechen unter anderem die Bürgermeisterin, die Vositzende der Bürgerstiftung Schleswig-Holstein, Marlies Fritzen und Marc Schemmel, Enkel eines Überlebenden des Todesmarsches sowie Vertreter der Geschichtswerkstatt.

Herbert Schemmel identifizierte einige SS-Täter für die britische Militärjustiz im Altonaer Gerichtsgefängnis

Elf SS-Verbrecher wurden für ihr Handeln im KZ von einem britischen Militärtribunal 1946 zum Tode verurteilt und gehängt. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Geschichtswerkstatt abrufbar. Einige Inhalte wurden auch in die englische Sprache, auf Polnisch, Russisch und Französisch übersetzt.

In dieser Scheune verbrachten die Häftlinge die Nacht zum 1. Mai 1945. Sie wurde 1966 abgerissen

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