Beltretter gegen den Tunnelbau

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Die Beltquerung von Fehmarn nach Dänemark hat nach Ansicht von Valerie Wilms keine Chance auf Realisierung. Auf Einladung der Grünen diskutierte sie darüber mit etwa 20 Besuchern im Bahnhofsbüro der Stormarner Grünen.  Sie sprach dafür aus, vorhandene Infrastruktur zu sanieren und zu verbessern. Der geplante Tunnel wäre ein Politikerdenkmal aus Beton, so die Bundestagsabgeordnete aus Wedel: „Die geschätzten Baukosten von 7,1 Milliarden  lohnen sich nicht.“ Die Vogelfluglinie habe genug Kapazitäten für den Verkehr.

Ruth Kastner und Valerie Wilms (r.)
Eine Spur der Kreuze soll entlang der Bahnlinie entstehen, hoffen Ruth Kastner und Valerie Wilms (r.)

Die Stormarner Grünen wollen sich der Initiative Beltretter anschließen. Sie treten für ein Moratorium ein und wollen das auch optisch demonstrieren. Deshalb sollen entlang der Bahnlinie blaue Kreuze aufgestellt werden. Sie ähneln den gelben Kreuzen, mit denen im Wendland gegen das Atommülllager protestiert wird.

Bis zu 850 Meter lange Güterzüge würden im Sechs-Minutentakt fahren, so Valerie Wilms. Der Güterverkehr mit der Bahn könne aber problemlos weiterhin über Odense auf der bestehenden Jütland-Trasse abgewickelt werden. Dann wäre auch Stormarn weniger durch Lärm belastet.

„Es gibt über 3000 Einwendungen gegen den Tunnel auf deutscher Seite“, so Wilms. In Dänemark seien es wegen der Gesetzeslage dort nur wenige. In jedem Fall würden die Einwendungen und mögliche Klagen das Projekt weiter verzögern. Eigentlich sollte schon im vergangenen Jahr Baubeginn sein.

Jetzt wird erst für das Jahr 2019 mit gültigem Baurecht auf der deutschen Seite gerechnet. „Je länger das Verfahren dauert, desto unwahrscheinlicher wird der Bau“, sagt Valerie Wilms. Während Dänemark den Tunnel bauen möchte, ist die Anbindung ans Hinterland eine deutsche Aufgabe. Probleme gibt es hier beim Ausbau der Bahnstrecke und der Kapazität der Brücke über den Fehmarnsund.

Wer ein Grundstück an der Bahnlinie besitzt und sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich an Ullrich Kruse aus der Kreisgeschäftsstelle der Grünen wenden (Telefon 04532/ 278 11 30). „Wir haben genügend Kreuze vorrätig“, sagt er.

 

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