Grundschullehrer protestieren gegen ungerechte Bezahlung

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Bargteheide – Sind uns die jüngeren Kinder weniger wert? Die Lehrer an Grundschulen verdienen etwa 400 bis 500 Euro monatlich weniger als ihre Kollegen an weiterführenden Schulen. Sie leiden deshalb keine Not, aber die Gesellschaft drückt damit ihre fehlende oder geringere Anerkennung für diese wichtigen Leistungen im Bildungssystem aus. Sind Kinder im Alter zwiscchen sechs und zehn Jahren etwa weniger wert als ältere Kinder?  Haben sie weniger Förderbedarf? Frühkindliche Erfahrungen prägen ein Menschenleben, darin sind sich Erziehungswissenschaftler einig.

Deshalb demonstrierten Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft jetzt in der Bargteheider Rathausstraße dafür, dass ihre Arbeit als gleichwertig anerkannt wird.

GEW protestiert
GEW protestiert

Doch der Lohnabstand wird auch im neuen Besoldungsgesetz des Landes fortgeschrieben, das im kommenden Februar verabschiedet werden soll. Neu eingestellte Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen werden danach in die Besoldungsgruppe A 13 eingestuftBereits dort Arbeitende können sich ebenfalls durch Fortbildungen dafür qualifizieren. Nur die Lehrer_innen an Grundschulen bleiben davon abgehängt.

Es sei nicht einzusehen, dass Grundschullehrer in die Besoldungsgruppe A 12 eingestuft werden, alle anderen Pädagogen aber nach A 13 bezahlt würden, so Birgitt Gartenschläger von der GEW.  Der Unterschied mache 400 bis 500 Euro monatlich aus.

Wie ihre Kollegen absolvieren Grundschullehrer ein zehnsemestriges Studium und 18 Monate Referendariat. Ihre Aufgaben werden immer umfangreicher. Zuerst an den Grundschulen wurde die Inklusion eingeführt, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit Behinderung und Gleichaltrigen.

Dass ihre Arbeit weniger wissenschaftlich und berufsvorbereitent sei, bestreiten die Gewerkschaftler vehement. Deshalb demonstrierten sie unter dem Motto „Wir lassen uns nicht abhängen“.

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