Geschäft mit der Angst!?

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Über Nutzen und Nebenwirkungen einer „Krebsvorsorge“

Einseitig suggestive Berichterstattung und das Verdrehen von Wahrheiten regt mich auf. Zudem begegnen mir in meiner Praxis seit Einführung des Screenings immer wieder Frauen mit unbegründeten Ängsten vor Brustkrebs. Daher weise hier auf einige, vielleicht nicht für jeden offensichtliche, Fakten hin. Mögen Sie damit für sich und ihre Gesundheit stimmige Entscheidungen treffen und angstfreier Leben.

Frherkennung
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Im Markt auf der Titelseite und mit Einladungen an potentielle Kundinnen wird wieder für die rollende Praxis zur Brustkrebsvorsorge geworben. Krebs ist eine schreckliche Krankheit und unbestritten kann eine frühe Diagnose lebensrettend sein. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass eine flächendeckende Untersuchung vieler Frauen damit gleichzeitig für alle sinnvoll ist. Viele Frauen werden in Angst und Schrecken versetzt und möglichen Nebenwirkungen und Risiken der Diagnostik ausgesetzt.

Genau betrachtet führt der Begriff Vorsorge, die angeblich viele Frauen verdrängen und zu der aufgefordert wird, schon in die Irre. Vorsorge wäre eine ausgewogene Ernährung, eine gesundheitsorientierte Lebensweise und eine schadstofffrei Umwelt. Die von der rollenden Praxis mit Vorsorge gemeinte Mammographie ist keine Vorsorge, sondern bestenfalls die Chance auf eine Früherkennung einer Erkrankung. Früherkennung ist Diagnostik und keine Prävention, wie es hier suggeriert wird. Diese unsachgemäße Betitelung ist entweder als eine fahrlässige Ungenauigkeit oder eine rhetorische Manipulation. Psychologisch ist es leichter jemanden zur Vorsorge als zur Diagnostik zu bewegen. Möglicherweise ist dieser kleine psychologische Trick gut gemeint, aber auch eine Irreführung zur Auslastung der Praxis.

Machen Sie sich ihr eigenes Bild zu den weiteren Fakten. In Deutschland erkranken rund 70.000 Frauen jährlich an Brustkrebs. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau über 50 Brustkrebs hat, beträgt 5%. Von 100 Frauen sind vermutlich fünf erkrankt. Wenn sie Brustkrebs hat, dann liegt die Wahrscheinlichkeit eines positiven Mammogramms bei 90%. Das bedeutet, dass bei 10 von 100 erkrankten Frauen ein möglicher Krebs trotz Mammographie unerkannt bleiben kann. Hinzu kommt, dass durch Messfehler und Überdiagnostik neun von 100 Frauen Gefahr laufen positiv getestet zu werden, obwohl kein Handlungsbedarf besteht. Statistisch werden von 100 getesteten Frauen 14 Mammogramme positiv sein. Für fünf Frauen wird eine Behandlung sinnvoll sein. neun Frauen werden unnötigerweise beunruhigt oder laufen Gefahr sogar falsch behandelt zu werden. 95 von 100 Frauen hätte sich diese Frühdiagnostik sparen können. Wenn dabei noch berücksichtigt wird, dass es schnell und langsam wachsende Tumoren gibt und in diesen Statistiken auch die Frauen enthalten sind, die einen möglichen Knoten selbst entdeckt haben, fällt die Statistik noch schlechter aus. Bei einem langsam wachsenden Tumor haben Frauen vermutlich die Zeit, diesen selbst zu entdecken, während nicht auszuschließen ist, das ein schnell wachsender Tumor auch mit durch die Diagnostik zum Wachstum angeregt werden kann und/oder sowieso erst später entdeckt wird.

Laut Robert Koch Institut (Zentrum für Krebsregisterdaten, Stand 17.12.2015) stiegen nach Einführung des Mammographie-Screenings die Erkrankungsraten zunächst sprunghaft an, wurden dann seit 2009 wieder leicht rückläufig. Anscheinend wurden in der ersten Phase des Programms durch das Screening viele Tumoren deutlich früher entdeckt, was sich auch darin widerspiegelt, dass der Anteil kleinerer Tumoren (T1) in der Screening-Altersgruppe sichtbar höher liegt als noch vor Einführung des Screenings. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden allerdings auch Tumoren diagnostiziert, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten (Überdiagnose). Diese Frauen wurden früh behandelt, als krebskranke Frauen in Angst und Schrecken versetzt und erfolgreich behandelt. Ohne Screenig hätten sie sich als gesunde Frauen ihres Lebens erfreut.

Positiv ist, dass trotz der gestiegenen Erkrankungszahlen heute weniger Frauen an Brustkrebs sterben als noch vor 10 Jahren. Das ist sicher überwiegend auf Fortschritte in der Therapie zurückzuführen und möglicherweise auch etwas mit auf einen Anteil unnötiger Behandlungen, der in die Statistik positiv eingeht.

Krebs ist somit schon lange kein Todesurteil mehr und somit sollten Sie in aller Ruhe entscheiden ob, wann und wie oft Sie sich welcher Diagnostik hingeben. Echte Vorsorge wie gesunde Ernährung, Sport und ein selbstbestimmtes Leben helfen natürlich immer.

Dr. Klaus Witt

PS. Dr. Klaus Witt ist mit Mitentwickler des psychologischen Krebstherapie-Begleitsystems (www.krebstherapie.media.de)

1 Kommentar

  1. Die echten Fakten der medizinische Wissenschaft haben schon lange gezeigt: bessere Früherkennung von Brustkrebs (oder erhöhte Überlebenschancen/grössere Heilungschancen) bedeutet nicht weniger Todesfälle von Brustkrebs. So die positive Andeutung mit besserer Früherkennung ist medizinische Propaganda.

    Die echten Fakten über Brustkrebs und Mammografie (Bruströntgen) haben schon lange gezeigt, dass die Früherkennung von „Krebsen“ mit Präventionsmaßnahmen (Beispiel: Mammografie) in vielen Fällen wegen Überdiagnosen falsch ist (Mammografie ist meistens Früherkennung von falschen „overdiagnosed“ Krebsen und Spätererkennung, nicht Früherkennung, von echten Krebsen) , aber ganz viele Frauen trotzdem behandelt werden. Das Ergebnis is, dass Millionen von Frauen missbehandelt und umgebracht worden sind wegen diesen „fortgeschrittenen“ Untersuchungen und medizinischen Behandlungen, und dass Mammografie viel mehr schweren Schaden anrichtet als dass es bedeutendes Gutes bringt (Quellen: Peter Gotzsche’s ‚Mammography Screening: Truth, Lies and Controversy‘ and Rolf Hefti’s ‚The Mammogram Myth‘).

    Jeder der dieses Thema ein wenig genauer anguckt, kann sehen, dass es fast ausschliesslich fabrizierte Statistiken und „wissenschaftliche“ Daten/Evidenz vom medizinischen Riesengeschäft sind, die diese Tests unterstützen.

    Das riesige medizinische Krebsgeschäft hat schon jahrzehntelang das Volk angelogen mit falschen Statistiken. Dieses riesengrosse Geschäft sagt den Leuten wie unglaublich „forgeschritten“ ihre Präventionsmaßnahmen, Untersuchungen und Behandlungen sind, aber verschweight den grossen Schaden, den sie wirklich anrichten. Es ist fast alles Lüge.

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