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UN-Auszeichnung für Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

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Landesnaturschutztag: Umweltstaatssekretärin und Polarforscher Arved Fuchs überreichen UN-Auszeichnung an Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Das Projekt leistet Großes für die Artenvielfalt.“

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NEUMÜNSTER. Das Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz SchleswigHolstein wird mit dem Qualitätssiegel „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ geehrt. SchleswigHolsteins Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann überreichte heute (9. November 2017) beim Landesnaturschutztag gemeinsam mit dem Polarforscher Arved Fuchs die Auszeichnung, die im Rahmen der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ vergeben wird. „Das Projekt leistet Großes für die Artenvielfalt“, sagte Anke Erdmann in Neumünster.
„Die Intensivierung der Landwirtschaft, der Bau von Straßen, Stromleitungen und Gewerbegebieten – die Landschaft in Schleswig-Holstein hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Bunte Blumenwiesen voller Wildpflanzen sind in SchleswigHolstein selten geworden. Damit geht nicht nur für uns Menschen etwas Wertvolles verloren. Genauso verstärkt sich der Negativkreislauf in der Natur: Je weniger Blüten, desto weniger Nahrung und umso schlechtere Lebensbedingungen für Insekten. Viele Insektenarten sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Dieses Artensterben bei Tieren und Pflanzen kann uns nicht kalt lassen. Deshalb ist das Projekt so besonders: Es will heimischen Wildblumen und Wildpflanzen wieder ein zu Hause geben – und damit einen Raum für mehr Artenvielfalt schaffen“, sagte Erdmann.
„Auf meinen Reisen begegnet mir immer wieder, wie der menschengemachte Klimawandel von Mal zu Mal größere Spuren hinterlässt“ ergänzt der Botschafter der UNDekade Biologische Vielfalt, Arved Fuchs. „Die Natur verändert sich nicht nur in Form von Eismassen, eine sichtbare Menge an Biodiversität ist bereits verloren. Ich freue mich, dass Schleswig-Holstein und die Stiftung Naturschutz diese Zeichen erkennt und mit dem Projekt „BlütenMeer 2020“ wirksam gegensteuert.“
Im Projekt sollen bis März 2020 auf einer Gesamtfläche von 2500 Hektar – das ist in etwa die Größe Amrums – die Lebens- und Überlebensbedingungen für standortheimische Wildblumen und Wildpflanzen wiederhergestellt werden. Das soll vor allem auf den noch vorhandenen Wiese- und Weideflächen Schleswig-Holsteins passieren. Das Projekt

„BlütenMeer 2020“ wird über insgesamt sechs Jahre mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt ebenfalls von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt.
Der Landesnaturschutztag in Neumünster mit mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern widmete sich heute dem Schwerpunkt „Natur in Dorf und Stadt“. In Vorträgen und Podiumsdiskussionen geht es um das schwierige Spannungsverhältnis von Natur und Siedlungsraum, um Wildtiere, Artenvielfalt und gesundheitliche Aspekte von Natur in der Stadt.
„Wir müssen Städte anders denken: Als Lebensraum für Mensch und Natur und das in einem ökologischen Sinne. Man kann Städte anders planen und gestalten“, sagte Umweltminister Robert Habeck in einem Video-Grußwort zum Landesnaturschutztag, nachdem er kurzfristig seine Teilnahme absagen musste. Seit Jahrzehnten sammelten sich immer mehr Menschen in den Städten. Um 1800 lebte mit drei Prozent nur ein geringer Teil der Erdbevölkerung in Städten, 1950 waren es bereits 30 Prozent, 2000 fast 50 Prozent. Nach einer Prognose der Vereinten Nationen würden es im Jahre 2030 rund fünf von acht Milliarden Menschen sein. „Diese Städte werden aber auch zu Zufluchtsorten für Arten und bedrängte Natur“, sagte Habeck.
So lebt in Schleswig-Holstein die gesamte Weißstorch- und Mauerseglerpopulation inzwischen im Siedlungsraum. Manche Waldvögel wie Dohlen und Saatkrähen haben sich nahezu vollständig dorthin zurückgezogen. Auch ehemalige Felsenbrüter wie der Turmfalke sind dabei, in Siedlungen neue Lebensräume zu finden. Stadtgärten mit Blühangebot bieten Raum für Insekten, urbane Wälder und auch lichte Baumbestände in Parkanlagen sind von großer Bedeutung.
Der Landesnaturschutztag ist das zentrale Informations- und Dialogforum des ehren- und hauptamtlichen Naturschutzes. Er findet einmal jährlich statt und wird vom Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume organisiert.

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