Worüber erheben Stormarner ihre Stimme?

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Demokratie und Bürgerrechte: Das Kreisarchiv zeigt bei der Aktion „Tag der Archive“ seine kulturellen Schätze und eine gesellschafts-politische Ausstellung

Das zentral gelegene Gebäude, in dem das Kreisarchiv sitzt, fällt Vorübergehenden durch seine großflächigen Glaswände auf. Es wirkt modern, offen, freundlich. Nicht dunkel und verstaubt, wie sich so mancher ein Archiv vorstellen würde. Was genau hinter den Glaswänden geschieht, welche gesellschaftliche Aufgabe ein Archiv übernimmt und dass es allen Bürgern zur Einsicht in alte Fotos oder Akten offen steht, möchte das Kreisarchiv im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages erneut zeigen. Diesjähriges Thema von der Aktion „Tag der Archive“ ist Demokratie und Bürgerrechte.

Gruppe Fahrradfahrer mit T-Shirts mit Aufschrift „Stoppt Transrapid“ sowie Plakaten

Am Sonnabend, 3. März 2018, lädt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und sein sechsköpfiges Team alle Interessierten von 10 bis 16 Uhr in die Mommsenstraße 14 (Gebäude F der Kreisverwaltung). Besucher können über Führungen und Ausstellungen die Tätigkeiten des Kreisarchivs kennenlernen. Aber auch das politische Engagement der Stormarner im Zeichen der Zeit wird eine Rolle spielen. Geladen sind Vertreter aus Politik und von Jugendorganisationen, die im Podium über gesellschaftspolitische Themen und deren Bedeutung aus damaliger und aktueller Sicht diskutieren werden. Und dies anhand von Unterlagen, die im Kreisarchiv gesichert werden. Die Aktion „Tag der Archive“ findet bereits seit 2001 regelmäßig statt und wurde vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. initiiert.

Schild mit Aufschrift „Hier endet unser Dorf aber unser Widerstand geht weiter – keine A20“

Ab zehn Uhr erwartet die Besucher ein buntes Programm

An dem Aktionstag erhalten Interessierte Einblick in das Magazin des Kreisarchivs, in dem zum großen Teil schriftliche Quellen, neben Akten auch mehrere tausend Plakate und Landkarten, rund 400.000 Bildaufnahmen und eine umfangreiche Sammlung an Flyern und Broschüren sicher verwahrt wird. Hinzu kommen Zeitungsbestände, die bis ins Jahr 1839 zurückreichen.

Es wird außerdem eine Fotostation geben, an der sich Interessierte mit professioneller Anleitung durch den digitalisierten Fotobestand klicken können. Eine Fotoshow mit Bildern aus Stormarner Orten wird präsentiert und Besucher können einen Blick in die Zeitung aus ihrem Geburtsjahr werfen. Bücher werden preisreduziert zum Verkauf angeboten. Und für das leibliche Wohl sorgt mit Kaffee und Kuchen der Abiturjahrgang der Theodor-Mommsen-Schule.

Archivmitarbeiter Tim Schumann und Sarah Walter sichten das im Kreisarchiv vorhandene Material zu Bürgerinitiativen in Stormarn

Ausstellung zu Stormarns Bürgerinitiativen

Worüber erhoben Stormarner ihre Stimme? Und was ist ihnen heute wichtig? Passend zum Motto des Aktionstages werden Themen ausgestellt, die die Bürger Stormarns bewegten. Die Kreisarchiv-Mitarbeiter Sarah Walter und Tim Schumann haben dafür die Bestände durchforstet. Dabei stießen sie auf einige Artikel über Bürgerinitiativen, die sich für zivilgesellschaftliche Belange einsetzten. So bildete sich zum Beispiel Ende der 1970er-Jahre in Großensee eine Bewegung, die sich für das Fällen der sogenannten „Todespappeln“ zwischen Braak und Siek einsetzte. Die Bäume direkt an der Landstraße hatten für einige schwere Unfälle gesorgt. Auch aktuellere Bürgerinitiativen wie „Keine Schweinereien in Hoisdorf“ oder „Glinde Gegen Rechts“ werden durch Zeitungsartikel und Bilder ausgestellt.

 

Ab 14 Uhr diskutieren Vertreter aus Politik

Politische Themen im Zeichen der Zeit: Was bewegte Stormarns Politiker in ihren Jugendjahren, als sie ihrer Partei beitraten? Welche Themen wurden umgesetzt oder sind heute nach wie vor auf der Tagesordnung? Und welche Themen beschäftigen die Jugendorganisationen? Um diese Fragen zu diskutieren, sind Eckart Kuhlwein (SPD-Bundestagsabgeordneter a.D.), Hubert Priemel (Kreispräsident a.D., CDU), Franziska Eggen (Jusos) und Nils Warnick (Junge Union) geladen. Die Diskussion wird moderiert vom Hamburger Historiker Stefan Nies.

 

Franziska Eggen und Nils Warnick werden außerdem einige Unterlagen in die Hände des Kreisarchivs übergeben, damit diese dauerhaft und fachmännisch für die Zukunft erhalten werden können. Ziel des Kreisarchivs ist es, Kulturgut in Form von Dokumenten oder anderen Unterlagen, langfristig zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kreisarchivar Stefan Watzlawzik: „Durch den Aktionstag wollen wir die Bedeutung unserer Arbeit als kommunales Archiv sichtbar machen und im öffentlichen Bewusstsein verankern“.

 

 

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