Start Aktuell Neue Wege der Mobilität in Bargteheide

Neue Wege der Mobilität in Bargteheide

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Organisiert vom Arbeitkreis Elektromobilität und maßgeblich vorangetrieben von Klaus Mairhöfer, fand am vergangenen Mittwoch die Eröffnungsveranstaltung der Vortrags- und Diskussionsreihe zum Thema „citytaugliche- und Elektro-Mobilität zugeschnitten auf Bargteheide“ statt.

Auf Grundlage der Vorschläge des Arbeitskreises und des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energie veranstaltet die Stadt in den kommenden Wochen noch drei weiter Abende, an denen sich hochkarätige Referenten gemeinsam mit Bargteheider Bürgern mit der Materie befassen. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht eröffnete gemeinsam mit Landrat Dr. Henning Görtz den Abend. Die Moderation übernahm die Klimaschutzmanagerin des Kreisen Stormarn, Isa Reher.

Dr. Görtz, Prof. Sperber, Isa Reher, Birte Kruse-Gobrecht, Ulrike Lenz, Klaus Mairhöfer

Dass E-Mobilität in Verbindung mit Carsharing eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, wurde in dem Vortrag von Prof. Sperber von der Hochschule Deggendorf klar. Er leitete das Projekt „Modellregion Elektromobilität“ im Bayrischen Wald, das 2016 erfolgreich abgeschlossen wurde. Aus dem Projekt entwickelte sich ein bundesweit bekannter und anerkannter Systemdienstleister für Elektromobilität. „Am Anfang war es nicht immer lustig“, gibt Sperber zu. „In unserer Region hatten wir es mit vergleichsweise schwierigen Bedingungen zu tun. Berge, Schnee und Glatteis waren eine echte Herausforderung.“ Es habe sich aber gelohnt, so Sperber.

Denn während man in Metropolen mit dem ÖNPV häufig gut bedient sein, seien elektrisch betriebene Fahrzeuge in ländlichen Gebieten einfach ideal. Die anfangs höheren Anschaffungskosten würden sich durch deutlich geringere Betriebs- und Wartungskosten wieder ausgleichen. Auch in Stormarn sind Alternativen zu Autos mit Verbrennungsmotor im Kommen. 234 E- und 143 Hybrid-Fahrzeuge sind inzwischen im Kreis zugelassen, Tendenz steigend. Dank der immer flächendeckenderen Versorgung mit E-Ladesäulen (3 in Bargteheide, an die 40 im gesamten Kreis), entschließen sich immer mehr Menschen für diese umweltfreundliche Variante. Auch die vieldiskutierte mangelnde Reichweite scheint für viele kein Problem mehr zu sein. „Jeder kann sich ja einmal über seine Fahrgewohnheiten Gedanken machen“, schlug Sperber vor. „Wie oft fahren die meisten von uns schon mehr als 100 Kilometer?“ Schnell wurde an dem Abend jedoch klar, dass Elektromobilität nicht das Allheilmittel sein kann.

„Wir brauchen für Bargteheide eine intelligente Kombination verschiedener Verkehrskonzepte“, sagt die Bürgermeisterin. “Der Trend – insbesondere bei jungen Leuten – geht eindeutig von dem eigenen Auto auf die Schiene.“ Zudem sei es eine Notwendigkeit, den Individualverkehr zu reduzieren, um die Umwelt zu schützen. Auch Henning Görtz betonte: “Mobilität funktioniert nur, wenn sie ganzheitlich betrachtet wird.“ Mittelfristig müsse eine optimale Verknüpfung von Rad-, Schienen- und Busverkehr auf die Beine gestellt werden. „Denn“, so Frau Kruse-Gobrecht, “wenn wir wollen, dass junge Leute nach absolviertem Studium oder Ausbildung zurück nach Bargteheide kommen, müssen wir zukunftsorientiert handeln. Das schließt auch die Mobilität nicht aus.“

Ein Anfang ist die beschlossene Buslinie, die demnächst im Halbstundentakt ins Gewerbegebiet fährt. Drei Ringbuslinien sind außerdem in Planung. Bei der anschließenden Diskussion entstanden Ideen zu Fahrradschnellwegen mit Anschluss an Bargteheide, Mitfahrbänken, Anruf-Sammeltaxen und Carsharing-Projekten sowie der Förderung eines Verkehrskonzeptes. Trotz teilweise kontroverser Diskussion – in einem Punkt waren sich die Beteiligten offenbar einig: Das Ziel sollte mehr Mobilität mit weniger Verkehr sein.

Am 18. Juni findet ein weiterer Bürgerdialog zum Bahnhofsumfeld statt. Dabei geht es u.a. um folgende Fragen: Wie soll das Bahnhofsumfeld zukünftig gestaltet werden? Wie lassen sich ÖPNV-Angebote, Fahrradparken, sowie P&R sinnvoll integrieren und auf die Bedürfnisse der Bargteheider Einwohnerinnen und Einwohner abstimmen? Ziel ist es gemeinsam mit Personen aus dem Stadtleben Leitlinien für die Beteiligung zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wird ein Arbeitskreis „AK Stadtdialog“ die einzelnen Veranstaltungen des Stadtdialogs methodisch diskutieren und Empfehlungen für eine Leitlinie für die Beteiligung erarbeiten.

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