Die 19. Stormarner Kindertage stellen die Kinderrechte wieder in den Mittelpunkt

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In diesem Jahr luden die unterschiedlichsten Veranstalter wieder Kinder und Eltern, sowie Fachpersonen und die interessierte Öffentlichkeit zu den „Kindertagen auf dem Lande“ ein. In 27 Städten und Gemeinden des Kreises Stormarn fanden Spielfeste, Infoveranstaltungen, Aktionen und vielfältige Angebote zu Austausch und Vernetzung statt. Allen gemein war, dass die Interessen von Kindern und ihre Rechte ganz oben auf der Agenda standen.

Mit 95 Veranstaltungen in zwei Wochen sind die Stormarner Kindertage auch in diesem Jahr wieder die größte Veranstaltungsreihe zu den Kinderrechten bundesweit. Das ist in dieser Form nur möglich, weil so viele Menschen sich in diesen zwei Wochen ganz besonders dafür engagieren. Als Gesamtes ergibt sich aus dem gemeinsamen Vorgehen ein starkes Signal für die gesamte Öffentlichkeit.

„Mit den Stormarner Kindertagen möchten wir jedes Jahr im September noch einmal besonders auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen. Dank der so vielfältigen Veranstaltungen in diesem Jahr freuen wir uns, dass uns dies wieder gelungen ist,“ freut sich Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes im Kreis Stormarn. „Die Kindertage auf’s Land zu bringen war dabei eines unserer Ziele. Radio Hamburg hat uns in diesem Jahr dabei geholfen, die Spielmobil-Kinderrechte-Tour zu finanzieren und damit ein Angebot für Kinder zu schaffen, das für sie nicht alltäglich ist. Es ist wichtig, dass alle Kinder über ihre Rechte Bescheid wissen, aber sie sollen natürlich dabei auch Spaß haben.“

Zum Auftakt der diesjährigen Kindertage fand im Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg die Diskussionsveranstaltung „Kinder an die Macht?“ statt. Ein lebendiger Austausch mit hochrangigen Fachleuten und versierten Vertreterinnen der Jugendlichen ermöglichte eine Vertiefung der Umstände und die Erörterung von eventuellen Folgen der bevorstehenden Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Viele Argumente wurden ausgetauscht und unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Die weitere Entwicklung in diesem Bereich bleibt spannend und wird sicher auch noch für weitere fachliche und öffentliche Diskussionen sorgen.

Die Fahrbücherei des Kreises Stormarn fuhr während der Stormarner Kindertage wieder mehrere Haltepunkte auf dem Land an. Neben der Bücherausleihe gab es das Angebot, den Lesepaten der Bürgerstiftung Stormarn beim Vorlesen zuzuhören. Ebenfalls  hatte die Fahrbücherei auch für interessierte Kinder eine Reihe gespendeter Bücher zum kostenlosen Mitnehmen an Bord. Das zur Verfügung stehende Infomaterial zu den Kinderrechten interessierte neben den Kindern auch besonders Erzieher und Lehrer.

In Oststeinbek boten Mitarbeiter des örtlichen Jugendzentrums  zwei Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zum Thema Mitbestimmung an. Sie konnten ihre Rechte auf Holztafeln schreiben und anschließend sogar einbrennen. Die so gestalteten Holztafeln werden noch gut sichtbar in der Nähe des Marktplatzes in Oststeinbek an den Bäumen aufgehängt. Wichtig war den Kindern vor allem die Kinderrechte auf Spielen und Sport, auf eine große Wohnung und auf ein sicheres Wohnumfeld.

Zu zwei Hüpfburgaktionen lud der Kreisjugendring nach Siek und Elmenhorst ein. Die örtlichen Jugendtreffs sollten mit diesem besonderen Angebot mehr Aufmerksamkeit bei den dort lebenden Kindern und auch bei der regionalen Öffentlichkeit erhalten. Neben vielen Kindern nahmen auch zahlreiche Erwachsene die Gelegenheit wahr, sich einen persönlichen Eindruck der Jugendtreffs zu verschaffen. Ein schöner Erfolg!

„Campen, Looten, Droppen“ sind Spezialbegriffe aus der Computerspielwelt. Wer wissen wollte, was sich dahinter verbirgt, konnte die gleichnamige Veranstaltung des Kreisjugendrings besuchen. Der Zuspruch war enorm und die Veranstaltung ein voller Erfolg. Über eine Wiederholung dieses Angebotes wird bereits gesprochen.

Am Weltkindertag, dem 20. September rief der Kinderschutzbund Stormarn auch in diesem Jahr wieder zur Fähnchenaktion gegen Kinderarmut am Schloss Ahrensburg auf. Das blaue Fähnchenmeer vor dem Schloss erinnerte  eindringlich an die 7.108 Kinder, die zurzeit im Kreis Stormarn in Armut leben. Schüler zweier Ahrensburger Schulklassen halfen eifrig beim Stecken der Fähnchen und trugen damit maßgeblich dazu bei, diese Aktion wieder zu einer gelungenen Veranstaltung werden zu lassen.

In der zweiten Woche der Kindertage gingen die Fähnchen gegen Kinderarmut dann „auf Tour“ und zeigten auch in Bargteheide, Trittau, Bad Oldesloe und Reinfeld, wie viele Kinder dort in Armut leben. Die Kinder, die dort geholfen haben, die Fähnchen zu stecken, hatten sich vorher mit ihren Erziehern und Lehrern intensiv mit dem Thema Kinderarmut beschäftigt und sich dann sehr engagiert beteiligt.

Wie sexueller Gewalt an Schulen begegnet werden kann, war Thema einer Konferenz des Arbeitskreises gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Kreis Stormarn. Schulen stehen vor der Herausforderung, Schutzkonzepte für ihre Institution zu entwickeln, die vielfältigen Anforderungen gerecht werden müssen. Die Schulräte und der Landrat als Schirmherr der Veranstaltung betonten die große Bedeutung des Themas für Stormarn und unterstützen auch weiterhin, dass dieser Prozess vorangetrieben wird. Diese Konferenz im Schloss Reinbek war sehr gut besucht und ein voller Erfolg.

Zwei weitere Fachtagungen des Kreises Stormarn sind ebenfalls positiv verlaufen: in Stormarn Mitte und Südstormarn ist der Startschuss für zwei neue Netzwerke Frühe Hilfen gefallen. Mit der Bündelung und Vernetzung der verschiedenen regionalen Angebote soll jungen Eltern der Start mit ihren Kindern erleichtert werden, vor allem, wenn sie mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen haben wie z.B. Arbeitslosigkeit oder Mehrlingsgeburten.

Am letzten Tag der Stormarner Kindertage fand auf dem Drachenspielplatz in Bad Oldesloe ein großes Spielplatzfest mit dem Elefanto-Spielmobil statt. Für ein besonderes Highlight sorgten Mitarbeiter der Deutschen Bank in Bad Oldesloe. Sie boten Spielstationen für die Kinder an und verteilten köstliches Popcorn. Ein gelungener Tag für Kinder und Eltern mit viel Spaß und tollem Wetter auf dem Spielplatz.

All die zahlreichen weiteren bunten, ernsten, kreativen und auch nachdenklich stimmenden Angebote der 19. Stormarner Kindertage haben sowohl bei den Veranstaltern, als auch bei den Teilnehmenden und der Öffentlichkeit gezeigt, dass das Thema Kinderrechte noch lange kein „alter Hut“ ist, sondern die lebendige Information, Verbreitung und Diskussion nach wie vor notwendig ist. So werden sicher auch die 20. Stormarner Kindertage im kommenden Jahr wieder Impulse geben und Entwicklungen aufgreifen und die vielen Veranstalter daraus ein vielfältiges Programm zusammenstellen.

Für weitere Informationen stehen die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes unter 04532-280 680 zur Verfügung. Auch die Homepage www.stormarner-kindertage.de ist ganzjährig zugänglich.

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