DB Regio will Züge mit Barrieren kaufen

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Leserbrief von Andreas Reigbert

Der ungeheuerliche Vorgang der Bestellung von 18 nicht barrierefreien Zügen durch die DB Regio AG in Schleswig-Holstein hat mittlerweile bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die verspätete Anhörung und Beteiligung der Verbände von Menschen mit Behinderungen ist ein weiterer Skandal bei diesem Vorgang. Es ist davon auszugehen, dass diese Vorgehensweise weitere journalistische, politische und juristische Kreise ziehen wird. Ich habe daher sehr eindringlich an die NAH.SH appelliert, ihre Entscheidungen noch einmal zu überdenken und darauf hinzuwirken, dass die Verträge mit der Firma Stadler über den Kauf dieser Züge unverzüglich gekündigt werden. Ich habe NAH.SH außerdem dazu aufgefordert, eine neue Ausschreibung durchzuführen, die sich nicht nur auf die TSI PRM bezieht, sondern auch auf deutsches Recht, und die darüber hinaus für die Anschaffung wirklich barrierefreier Züge sorgt, die auch von Rollstuhlfahrenden selbständig und uneingeschränkt nutzbar sind.

Darüber hinaus wollen wir Menschen mit Behinderungen auch verhindern, dass bei der Planung und dem Bau der neuen S4 (Ost) von Hamburg-Hauptbahnhof nach Bad Oldesloe ähnliche „Pannen“ passieren. Hier sollen dem Vernehmen nach der Bahnhof Bargteheide sowie die Station Kupfermühle mit 76 cm hohen Bahnsteigen ausgerüstet werden. Die Einstiegshöhe der Waggons der neuen S4 beträgt jedoch 96 cm. Die geplante Verwendung mobiler Rampen zur Überwindung dieses Höhenunterschieds von 20 cm entspricht überhaupt nicht dem Gedanken einer selbständigen Nutzung durch Menschen mit Behinderungen und auch nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Darüber hinaus sind am Bahnhof Bargteheide als Zugang zum Bahnsteig an Gleis 2 (die bereits vorhandenen) Rampen zur Unterführung geplant. Diese sind von ihrer Länge her ebenfalls von Rollstuhlfahrenden nicht selbständig nutzbar. Erforderlich sind hier vielmehr Aufzüge auf allen Bahnsteigen und im Bahnhofsgebäude, so wie dies zum Beispiel in Ahrenburg und Bad Oldesloe auch der Fall ist.

Das Ende der Fahnenstange ist erreicht

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