Intakte Moore schützen das Klima

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Bargteheide –  „Das Beimoor am Ostrand von Bargteheide ist ein ökologisches Kleinod“, sagt Walter Hemmerling von der Landesstiftung Naturschutz. Ein Mitarbeite hatte das Feuchtgebiet inspiziert, bei einem Rundgang im vergangenen Winter, den die Grünen organisiert hatten. Und das Interesse am Biotop ist groß, denn über 200 Teilnehmer waren bei der Führung dabei.

Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein, Walter Hemmerling im UKE-Ausschuss.

Jetzt diskutierte der Ausschuss für Umwelt, Klima und Energie darüber. „In den Haushalten fürs aktuelle und das kommende Jahr stehen je 250 000 Euro für den Ankauf bereit“, so Mehmet Dalkilinc (SPD). Ein Flächenankauf sei für die Renaturierung gar nicht zwingend erforderlich, so Hemmerling: „Es reichen die Vernässungsrechte.“

Ein Ankauf der Restflächen sei aber eine sehr gute Investition. Ein Teil der Moorfläche gehört bereits der Stadt. Die Restflächen zum Teil auf Delingsdorfer Gebiet umfassen aber viele Parzellen. Dabei spielt auch das Jagdrecht eine Rolle.

Moore speicherten erhebliche Mengen an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen. Wenn sie entwässert werden, werde der sich zersetzende Torf das Klimagas freisetzen. Würden sie aber renaturiert, könnten mit vergleichsweise geringen Geldmitteln große Einsparungen für den Klimaschutz erzielt werden. Zurzeit werden die Moor-Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern auf 30 Prozent des gesamten  Kohlendioxidaustoßes im Land geschätzt.

Beschlüsse dazu wurden noch nicht gefasst, der Vortrag von Hemmerling fand aber viel Zustimmung im Ausschuss. Er bot auch eine Zusammenarbeit mit der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein an, um das Bargteheider Moor zu renaturieren. Das Gebiet könne auch als ökologische Ausgleichsfläche dienen, sagte er.

Die Exkursion der Grünen ins Bargteheider Moor im vergangenen Winter fand erstaunliche Resonanz.

Die Landes-Ausgleichsagentur bietet so genannte Moor Futures an. Das sind Klimaschutz-Zertifikate, mit denen der Ausstoß von Kohlendioxid in anderen Bereichen ausgleichbar ist. Denn deren Treibhausausstoß oder damit die Klimabilanz kann um 100 Prozent ausgeglichen werden.  Durch den Erwerb wird die Wiedervernässung von Mooren in Schleswig-Holstein finanziert, die Käufer werden dann auf Wunsch in ein Stilllegungsregister eingetragen. Ein Furure-Zertifikat zum Preis von zurzeit um die 64 Euro kompensiert die Klima-Bilanz um eine Tonne CO². (moorfutures-schleswig-holstein.de).

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