Verdienter Ruhestand mit 82 Jahren

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Bargteheide – „Ich habe meine Arbeit immer gern gemacht“, sagt Hans Werner Müller. Und das hat er weidlich getan. Erst Anfang Juni hat er sich jetzt zur Ruhe gesetzt, im Alter von 82 Jahren.  Viele Bargteheider kennen ihn. Zuletzt als Betreiber des Kiosks in den Bahnhofsarkaden. Dort gab es schon für die Frühpendler frisch belegte Brötchen, Kaffeee und die aktuelle Zeitung. „Um vier Uhr bin ich dafür aufgestanden, es hat mir Spaß gemacht.“

Dort hat er noch den Anfang der Corona-Pandemie erlebt: „Die Züge waren plötzlich leer, der Bahnhof wirkte wie stillgelegt.“ Die Auswirkungen würden noch lange anhalten, glaubt er: „Für viele Menschen wird es nicht einfach werden.“

Hans Werner Müller war zuletzt guter Geist für die Bahnpendler mit seinem Kiosk in den Bahnhofsarkaden.

Andere kennen ihn als langjährigen Vorsitzenden der Bargteheider Sozialdemokraten. Jetzt ist er hier Ehrenvorsitzender. „Ich bin über 50 Jahre Mitglied im hiesigen Ortsverein“, sagt der in Bargteheide Geborene, „weil ich ein Arbeiter bin und die SPD eine Arbeiterpartei ist.“

In der Hamburger Umweltbehörde arbeitete Müller fast 40 Jahre und war dort zuletzt Vorsitzender des Personalrats. „In der Funktion habe ich viele Kontinente bereist“, sagt Müller. In den Jahren davor war er auch im Außeneinsatz. Ein Beispiel: „Mit dem Hubschrauber haben wir einen Tanker identifiziert, der Öl in die Nordsee abgelassen hat.“ Der Umweltsünder konnte daraufhin zur Verantwortung gezogen werden. Im Schutzanzug inspizierte er auch Giftmülldeponien. „Im Notfall musste ich auch nachts raus.“ Müller lernte im Job auch viel sozialdemokratische Politprominenz in Hamburg kennen.

1938 geboren, hat er noch den Zweiten Weltkrieg und die Hungerjahre danach erlebt. „Aber ich wollte nicht stempeln gehen , sondern arbeiten.“ Im Hoch-, Tief- und Bergbau ging für ihn das Berufsleben los, bevor er in die Behörde wechselte. Mit 63 Jahren ging Müller in die Rente, aber er blieb weiterhin aktiv. „Ein Getränkemarkt in Bargteheide, ein Hotel in Großensee und waren weitere Lebensstationen.“

Im Kiosk waren Sandra Flachshaar und Tina Borowski waren große Stützen für ihn. „Sie waren immer für mich da und haben den Einkauf organisiert.“ Nach einem Schlaganfall möchte er jetzt seine Gesundheit pflegen. Das Auto habe ich abgeschafft“, sagt er, „das Risiko gehe ich jetzt nicht mehr ein.“ Die Gartenarbeit und Rätsel zu lösen sind seine Hobbys.

Den Kiosk übernimmt jetzt das Team des Restaurants „Credo“, er wird nach Umbau mit ähnlichem Sortiment wieder eröffnet. Hans Wernber Müller genießt die neue Freiheit und freut sich auf seinen Garten.

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