Kreisgrüne für mehr Mobilitätsangebote in Stormarn

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Ein massiver Ausbau des Öffentlichen Personenverkehrs in Stormarn, die Einführung von Expressbuslinien und eine deutliche Verbesserung der Querverbindungen im Kreis, diesen Antrag der Grünen Jugend haben die Kreismitglieder auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Jetzt ist die Grüne Kreistagsfraktion am Zug, Möglichkeiten der Umsetzung mit den übrigen Fraktionen auszuloten.

„Bei der Optimierung des öffentlichen Verkehrs ist noch viel Luft nach oben“, so Damian Schwichtenberg, Sprecher der Grünen Jugend Stormarn. Er selbst braucht viel Zeit und muss dreimal umsteigen, wenn er von seinem Wohnort Großhansdorf zum Arbeitsplatz in Oststeinbek gelangen will. „Das ist unattraktiv, so kommen wir beim Klimaschutz nicht voran, das begeistert keinen Menschen.“ Allseits gelobt wurde von den Grünen das Pilotprojekt vom Kreis und dem HVV mit dem On-Demand-Service ioki in der Stadt Ahrensburg und im ländlichen Raum Trittau – Lütjensee – Brunsbek. „Mehr davon, das wär was“, so Schwichtenberg. „Allen Politiker*innen im Kreistag sind die Defizite beim ÖPNV lange bekannt, es geht jetzt um die Umsetzung der Ziele, um eine Politik für morgen“, so Wiebke Garling-Witt, Kreisvorsitzende.

Der Bericht der Grünen Fraktion über ihre politische Arbeit im Kreistag in Bad Oldesloe stand im Mittelpunkt der digitalen Mitgliederversammlung. Bei 18 Millionen Euro Überschuss im Haushalt müsse die Kreisumlage deutlich über die bisher vorgesehenen 1,6 Prozentpunkte gesenkt werden, fordert Stefan Kehl, Vorsitzender des Finanzausschusses. Ansonsten wurde diskutiert über Grüne Anträge zu mehr Klima- und Naturschutz; für mehr PV-Anlagen auf Gebäuden, ein zukunftstaugliches Wassermanagement, damit wir weiterhin genug und sauberes Wasser haben; über die 4. Filterstufe für Klärwerke, um etwa Mikroplastik herausfiltern zu können Ein zweites Frauenhaus für den Kreis wurde beantragt. Und die Grünen wollen in ihren Kommunen für die elektronische Bildungskarte werben. Denn nur 600 von rund 7000 Kindern, die in Stormarn von staatlicher Unterstützung abhängig sind, nehmen die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket überhaupt in Anspruch.

Der Einblick in die Arbeit der Grünen Kreistagsfraktion hat deutlich gemacht: Das Gros der Politiker*innen im Stormarner Kreistag ist immer noch sehr konservativ. Kleine Fortschritte im Hinblick auf tragfähige Ideen für die Zukunft seien erst in der Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre erkennbar. „Es ist ernüchternd, es ist wie durch Teer laufen“, beschreibt Gerold Rahmann die Zähigkeit der politischen Arbeit. Er leitet den Umweltausschuss.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kreisverwaltung. Dort fehle es an ausreichend Personal und Struktur für Kontrollen im Baubereich, im Umweltbereich und beim Tierschutz. Die untere Naturschutzbehörde beim Kreis etwa sei personell so schlecht aufgestellt, dass verbotene Umbrüche von Grünland, Kahlschläge, Beseitigung von Knicks nicht sanktioniert, geschweige denn proaktiv verhindert werden könnten. „So werden Fakten geschaffen,“ kritisiert Rahmann.

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