Menschen mit Behinderung demonstrieren für ihre Rechte

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Für mehr Barrierefreiheit demonstrierte jetzt ein gutes Dutzend Menschen in Bargteheide. Schwer passierbares Kopfsteinpflaster, Ampeln ohne Tonsignal und ein Mindestlohn in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung gehörten zu ihren Forderungen. Ziel der Demo mit Start vorm Rathaus war natürlich der Bahnhof. Denn dort sind die Barrieren besonders massiv.

Abschlusskundgebung am Bahnhof, der besonders viele Barrieren aufweist

Die Deutsche Bahn lehnt bisher mögliche Verbesserungen mit dem Hinweis auf die geplante S 4 ab. Die wird allerdings frühestens im Jahr 2027 bis Bargteheide verkehren.

Ein gutes Dutzend von Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen beteiligten sich.

Eine Mitarbeiterin in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung forderte einen Mindestlohn von 450 Euro im Monat. „Zurzeit erhalten wir gerade mal 1,32 Euro pro Arbeitsstunde in Vollzeit“, kritisierte sie.

Wir haben drei Stimmen der Kundgebung auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht.

3 Kommentare

  1. Die Demonstration war trotz der geringen Teilnehmerzahl ein großer Erfolg. Erstens, weil sie überhaupt und zum ersten Mal in Bargteheide stattfand. Und zweitens, weil sie in den Redebeiträgen der Teilnehmer*innen die Vielfalt der unterschiedlichen Barrieren, Behinderungen und Probleme der Betroffenen aufgezeigt hat. Schade, dass nicht mehr Menschen daran teilgenommen haben. Wo waren die Politiker*innen und Stadtvertreter von CDU, SPD, FDP und WfB, die unsere Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht so ungerechtfertigt kritisieren? Die interessieren sich anscheinend nicht für die Belange der Menschen mit Behinderungen. Ein großer Dank geht an die Organisatoren Doris Hahn und Nils Bollenbach. Ich hoffe dass Herr Bollenbach im September in den Deutschen Bundestag gewählt wird.

  2. Die Demonstration hat deutlich gezeigt, wo die Probleme liegen. Die Bahnsteige waren für das Abschlussfoto für einige Teilnehmer gar nicht erreichbar. Eine Besichtigung der Behindertenparkplätze war nicht möglich, weil diese für die Behinderte gar nicht erreichbar sind. So eine Demonstration müsste jedes Jahr regelmäßig stattfinden.

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,

    es ist schön, dass Sie eine Demo bei gutem Wetter durchführen konnten.

    Irritiert bin ich allerdings von folgender Frage im Nachklapp:
    „Wo waren die Politiker*innen und Stadtvertreter von CDU, SPD, FDP und WfB, die unsere Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht so ungerechtfertigt kritisieren? Die interessieren sich anscheinend nicht für die Belange der Menschen mit Behinderungen.“

    Doch, und wir arbeiten auch stets an Lösungen mit (Blindensteine, Freibadzugang, Pflaster im Rathausbereich usw.), aber doch nicht so. Mit einer Demo senkt man keinen einzigen Kantstein ab.

    Demos helfen hier nicht weiter.

    Zuständig für die Barrierefreiheit in Bargteheide ist die Bürgermeisterin.
    Es gehört zum laufenden Geschäft der Verwaltung, an den Stellen die Barrierefreiheit herzustellen, an denen Behinderte Schwierigkeiten haben.

    Bei größeren Maßnahmen bezieht die Verwaltung ggf. den Bauausschuss mit ein. Der wird mit Sicherheit alles unternehmen, um Behinderten zu helfen.

    Es geht um praktische Maßnahmen zur Problemlösung.

    Bis heute fehlt eine sorgfältige Bestandsaufnahme aller Schwachstellen, Hindernisse, Ampeltöne usw. Der Behindertenbeirat kann dazu Ortstermine veranlassen und anhand dessen einen Katalog der notwendigen Maßnahmen erstellen lassen. Er hat dies teilweise schon getan, aber nicht flächendeckend im ganzen Stadtgebiet. Ansprechpartner und Organisator dafür ist die Verwaltung. Sie setzt die notwendigen Maßnahmen dann auch um, zuletzt im Rathausbereich, davor im Schwimmbad. Die Politiker können bei der Situationsanalyse helfen – mehr nicht.

    Die Verwaltung muss die Schwachstellen beseitigen lassen. Das ist ihr „laufendes Geschäft“.

    Sie sollten mit der Bürgermeisterin sprechen, sie zum Handeln auffordern und ihre tatkräftige Unterstützung anbieten.

    Wir alle wollen, dass die Alltagsprobleme für Behinderte gelöst werden. Die Bürgermeisterin ist in der Pflicht, sofern es städtische Baumaßnahmen betrifft. Immer nur zu fordern, dass andere etwas tun, die gar nicht verantwortlich sind und vor allem nichts umsetzen können, löst die Probleme nicht. Das gilt auch für Demos, so nett das gemeinsame Event auch sein mag.

    Norbert Muras

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