Die Frauen von Ravensbrück

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Henning Fischer: Die Frauen von Ravensbrück.

Vortrag und Lesung, mit anschließender Diskussion.

Donnerstag, 30. 11. 2017, 19:00 Uhr, Stadtbücherei Ahrensburg.

– Eine Veranstaltung des „Runden Tischs Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“ in der Reihe „Interkultureller Herbst 2017“, in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Ahrensburg.

Ravensbrück nahe Fürstenberg/Havel, 80 km nördlich von Berlin: Dem Namen nach weithin bekannter Ort des im Mai 1939 errichteten größten Frauen-Konzentrationslagers der NS-Zeit. Sehr viele der ca. 135.000 dort inhaftierten teilweise deutschen, überwiegend polnischen, russischen bzw. französischen Frauen und Mädchen, darunter auch Jüdinnen und Sinti bzw. Roma, nach heutigen Erkenntnissen insgesamt ca. 30.000, haben die Stätte ihrer Qual, ihrer Erniedrigung und ihres Widerstehens nicht überlebt.

Die Überlebenden, unter ihnen überzeugte Kommunistinnen, gründeten gleich nach ihrer Befreiung in dem nun in vier Besatzungszonen, bald in zwei nominell unabhängige Staaten, geteilten Deutschland die sog. „Lagergemeinschaften“. Dabei handelte es sich um gemeinsame, sozial und politisch aktive, neuartige Verbände, die vom ersten Tag ihres Bestehens an in die allgemeinen Auseinandersetzungen und Kämpfe der „neuen Zeit“ einbezogen waren.

Der Referent des Abends, Henning Fischer, geboren 1981, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Bargteheide, hat Geschichte in Berlin und Poznan/Polen studiert.

Er ist Schüler des in Berlin an der Humboldt-Universität lehrenden Historikers Michael Wildt, einem der bekanntesten zeitgenössischen Historiker der Neueren und Neuesten Geschichte Deutschlands. Fischer hat soeben die Ergebnisse seiner mehrjährigen intensiven Forschungs- und Recherchearbeit, die  teilweise unbekanntes Neuland betritt, als Dissertation vorgelegt. Ende November erscheint sie auch in Buchform

(Universitätsverlag Konstanz, ISBN 978-3-86764-772-4, 490 Seiten, Euro 29,-).

Spannend wie ein Thriller, allerdings nicht phantasievoll erfunden, sondern grauenvolle und zutiefst verstörende Wahrheit referierend, zeichnet Fischers Studie, aus der er in Ahrensburg vorträgt, die privaten und politischen Biographien der zentralen Protagonistinnen nach, beginnend in den 1920er Jahren, über die Zeit der NS-Herrschaft und des Widerstands, mit Schwerpunkt auf der Zeit nach 1945 bis in die 1990er Jahre. Gleichzeitig entsteht auf diese Weise für den Zuhörer ein lebendiges Bild der zwei Nachweltkriegs-Deutschländer in Ost und West und der sie prägenden, bis auf den heutigen Tag nachwirkenden Auseinandersetzungen und Widersprüche.

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