„Keine öffentlichen Mittel für E-Fahrzeuge ohne Warngeräusch!“ – bundesweite Protestaktion startet

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Pressemitteilung zur „Woche des Sehens“ (8.–15. Oktober)

Berlin – Mit einer Protestaktion an 20 Orten in ganz Deutschland fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) anlässlich der „Woche des Sehens“ alle öffentlichen Stellen auf, Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anzuschaffen, wenn sie mit einem Warngeräusch ausgestattet sind Gemeint sind Verwaltungen, Betriebe und Dienststellen der Länder, Landkreise und Kommunen. Auch der Bestand an entsprechenden Fahrzeugen muss nachgerüstet werden. Die „Großbeschaffer“ sollen so ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gerecht werden.

Lautlose Elektrofahrzeuge stellen eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Gefährdet sind nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder einer geistigen Beeinträchtigung, für Kinder, Radfahrende, ältere und unaufmerksame Verkehrsteilnehmende besteht ein Sicherheitsrisiko. Laut Gesetz müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab Juli 2021 ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) haben. Jedes Fahrzeug, das bis dahin ohne AVAS auf die Straßen kommt oder bereits dort unterwegs ist, wird jedoch dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen.

Bis Mitte Oktober finden deshalb an 20 Orten in ganz Deutschland Protestaktionen statt. Der DBSV und seine Landesorganisationen fordern von allen öffentlichen Stellen:

  • Alle Elektrofahrzeuge, wie Busse des ÖPNV oder Dienstfahrzeuge etc., müssen mit einem AVAS ausgestattet werden.
  • Bereits angeschaffte Fahrzeuge müssen mit einem AVAS nachgerüstet werden.
  • Ein AVAS muss zwingendes Zuschlagskriterium bei der Vergabe von Aufträgen sein, zum Beispiel beim Abschluss von Leasingverträgen.

2 KOMMENTARE

  1. Unser 20 Jahre alter Benziner ist im Bereich bis 25 km/h nicht lauter als ein Elektrofahrzeug. Müssen Fahrräder / Lastenräder nicht dann auch Lärm machen? Diese fahren auch auf den Straßen.

    Ist es auf unseren Straßen nicht laut genug? Seit Jahren steigt die allgemeine Lärmbelästigung! Der LKW Lärm wird dagegen ja nicht geringer.

    Es bleibt zu hoffen, das die Hersteller lediglich den Mindestlärm von 56 – 50 Dezibel programmieren und sich irgendwelche darüber hinausgehenden Lärmgeneratoren ersparen.

  2. Blinde sind automatisch Hörende, die benötigen diese Geräusche um die Lage besser einschätzen zu können, auch mal über den Tellerrand schauen.!
    Ich finde es gut wenn die Autos Geräusche machen. Ich selbst( sehend)
    Bin fast über ein E Auto gefallen weil es plötzlich hinter mir stand.

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