Ein Stück über Mut und Widerstand

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Elmenhorst – Rechtes Gedankengut ist auf dem Vormarsch in Europa, auch in Deutschland. Das ist ein Anlass für die Elmenhorster Gruppe „Theaterflöhe“, sich mit dem Nationalsozialismus zu beschäftigen. Konkret geht es in ihrem neuen Stück „Sophie  Scholl – Die letzten Tage“ um die studentische Widerstandsgruppe, die in München mit Briefen und Flugblättern gegen das Unrechtsregime der Nazis und seine Kriege kämpfte. Die Mitglieder nannten ihre Gruppe „Weiße Rose“. Sie wurden beim Verteilen von Flugblättern verhaftet und nach einem Schauprozess 1943 hingerichtet, aber sie sind bis heute nicht vergessen.

Die Theaterflöhe stimmen sich zum Probenbeginn ein.

„Wir halten uns weitgehend an das Drehbuch für das Filmdrama, das 2005 erschienen ist“, sagt Regisseur Lennart Hamann. In 25 kurzen und episodenhaften Szenen geht es um Widerstand, den Wunsch nach Freiheit und den Glauben ans Gute im Menschen. Im Fokus stehen dabei das Verhör von Sophie Scholl durch die Geheime Staatspolizei, der Schauprozess und ihr Briefwechsel mit ihrem Verlobten Fritz Hartnagel.
Die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren haben sich vor zwei Jahren für dieses Stück entschieden. „Sie wollten den Widerstand gegen Rechts im weitesten Sinn thematisieren“, sagt Hamann. Im Mittelpunkt steht dabei der Widerstand gegen den Nationalsozialismus, den sie allenfalls aus dem Geschichtsunterricht kennen.

„Natürlich gibt es den Wunsch mutig zu handeln“, sagt Greta Gloistehn, die Darstellerin der Sophie, „aber die Möglichkeit dazu ist schwer zu beurteilen.“ Denn die heutige Lebenswirklichkeit sei mit der in der Nazi-Diktatur nicht zu vergleichen: „Die Menschen wurden damals sehr manipuliert.“ Zudem seien damals auch die Familien durch die Sippenhaft bedroht gewesen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass sowas nicht wieder passiert.“

Das Thema sei heute wieder sehr aktuell, wenn man die steigende Zahl rechtsextremer Anschläge betrachte, so Mads Ole Clasen. „Rechte Einstellungen werden zunehmend toleriert“, sagt Lauren Aden, „es gibt aber auch wachsende Gegenbewegungen und Widerstand.“ Für ihn gibt es Hoffnung, „denn die Demokratie ist noch nicht verloren“.

Die letzte Zigarette vor der Hinrichtung: Lauren Aden, der Hans Scholl darstellt, Mads Ole Clasen und Greta Gloistehn als Sophie Scholl. (Christoph Probst).

Aufführungen sind am Sonnabend, 14. und am 15. März in der Dieter Hamann Sportstätte geplant, Beginn ist jeweils um 15.30 Uhr. Karten gibt es in der Bargteheider Buchhandlung zum Preis von 6 Euro. Weitere Vorstellungen sind im Kleinen Theater Bargteheide geplant, Termine stehen noch nicht fest.

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