„Seneca“ – ein Film basierend auf historischen Quellen

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Dort wo die Macht und der Reichtum das höchste Gut sind, dort wo Opportunismus und Eitelkeit den moralischen Kompass bestimmen. Dort befiehlt ein Tyrann seinem Ziehvater, sich umzubringen. Doch zu seinen letzten Stunden bis zum Tod möchte Seneca sich mit Worten seiner Lebensphilosophie unsterblich machen. Im Anblick des Todes kommt jedoch alles ins Schwanken. Dieses Drama, den Film „Seneca“ präsentiert Ihnen das Bargteheider Kino am Dienstag, den 25.04. um 19:30 Uhr.

Rom im Jahre 65 nach Christus. Der berühmte Philosoph Seneca übernahm von Kindheit an die Rolle des Ziehvaters, Lehrers und engen Beraters des späteren Kaisers Nero. Somit spricht man dem Mann, der für seine großen Reden über Verzicht und Milde bekannt ist und als einer der reichsten Männer im alten Rom gilt, die unmittelbare Beteiligung am Aufstieg des jungen Tyrannen zu. Als dieser eines Tages beschließt, seinen Lehrer nicht länger zu brauchen, befiehlt Nero Seneca, sich ehrenhaft dem Freitod zu stellen und sich bis zum nächsten Morgen selbst zu töten oder sich Neros Zenturien auszuliefern. Seneca akzeptiert sein Schicksal und will sich mit einer letzten Lebensphilosophie verabschieden. Doch sein Plan geht nicht ganz auf, nach der Rede folgt noch immer nicht der Tod, sein Körper widersetzt sich dem Versuch. Senecas letzte Nacht wird zu einer Bewährungsprobe: Ist er wirklich seinem Selbstbildnis entsprechend, ein moralisch aufrechter, weiser Mann, der dem Tod ohne Angst entgegenblickt oder ist er doch bloß ein Heuchler und ein Opportunist?

Der Regisseur Robert Schwentke recherchierte viele Jahre das Verhältnis zwischen Nero und Seneca. Das Drehbuch basiert auf historischen Quellen und auf Senecas Originaltexten. Dabei hielt er sich während des Drehs streng an Senecas schriftliche Dialoge, Briefe und Abhandlungen

„Ich möchte im Kino das Gefühl haben, das Gehirn von jemand anderem begehen zu dürfen.“, sagt der Regisseur und erklärt, dass aus dieser Sehnsucht heraus dieser Film entstanden sei. Für die Hauptrolle wählte Robert Schwentke den US-Amerikaner John Malkovich und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „John hat keine Angst vor Herausforderungen: wie er auszusehen hat, wie er zu spielen hat, welches Image er zu erfüllen hat. Er hat der Figur Seneca viel Humanität eingehaucht.“

Mit diesem Drama erschafft Regisseur Robert Schwentke ein Lehrstück über die Gefahr maßloser Macht und totalitärer Systeme. Es geht darum, was passiert, wenn die intellektuellsten und feinfühligsten Menschen gegen echte Barbaren antreten, denen es lediglich um den Sieg geht. Egal um welchen Preis. Es ist eine tragische Komödie über den Versuch eines Mannes, durch Sprache Unsterblichkeit zu erlangen.

Das Kino im Kleinen Theater zeigt den Film (112 Min / Drama / FSK 16) am Dienstag, den 25.04.2023 um 19:30 Uhr. Die Kinokarten sind an der Abendkasse zu 10,- bzw. ermäßigt 8,- € ab 19 Uhr erhältlich. Platzreservierungen müssen nicht vorgenommen werden.

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