Erdkabelverlegung der Ostküstenleitung in Henstedt-Ulzburg: Taucher bereiten Baugrube vor

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Energiewendeminister Goldschmidt: „Die Ostküstenleitung macht unsere Energieversorgung sicherer und ist damit gut für unser Land. Es ist großartig, wie hier mit innovativer Verlegetechnik Boden und Gewässer geschont werden.“

HENSTEDT-ULZBURG/KIEL. Energiewendeminister Tobias Goldschmidt begleitete heute die Einrichtung einer Baugrube für die Erdkabelverlegung der 380-kV-Ostküstenleitung in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Dafür werden heute Bautaucher auf den Grund der derzeit noch wassergefüllten Grube gelassen, um unter anderem Anschlussbereiche freizuspülen und später das Einpumpen von Unterwasserbeton zu überwachen. In den kommenden Wochen wird die Grube leergepumpt und eine Tunnelbohrmaschine platziert, die zwei Röhren mit 2,6 Meter Außendurchmesser für die Verlegung der Erdkabel bohren soll.

Foto: Pexels

Energiewendeminister Tobias Goldschmidt: „Ich bin sehr froh, dass der Bau dieser wichtigen Energieachse in Gang kommt. Die Ostküstenleitung ist eine wichtige Energiewendeinfrastruktur für die klimaneutrale Zukunft in unserem Land. Und sie ist ein Pionierprojekt im echten Norden: Zum ersten Mal wird im Drehstrom-Höchstspannungsnetz in Schleswig-Holstein ein Erdkabel verlegt. Mit dem Erdkabelabschnitt in Henstedt-Ulzburg haben wir eine gute und praktikable Lösung gefunden, die den Belangen der Anwohnenden, des Naturschutzes und der Energiewende Rechnung trägt.“

Der Stromnetzbetreiber TenneT, der den Bau der Ostküstenleitung verantwortet, setzt bei beim Bau des Erdkabelabschnitts in Henstedt-Ulzburg auf die sogenannte Düker-Bauweise, bei der angrenzende Gewässer und Feuchtbereiche unterquert und damit geschont werden.

Goldschmidt: „Mit der Ostküstenleitung können wir die Wind- und Solarstromerzeugung an unserer Ostseeküste weiter ausbauen und den Stromaustausch über die Seekabelverbindung Baltic Cable mit Schweden sicherstellen. Das macht unsere Energieversorgung und damit unser Land sicherer.“

TenneT-COO Tim Meyerjürgens sagte: „Der Baufortschritt der Ostküstenleitung zeigt, dass es gut mit dem Netzausbau für die Energiewende vorangeht – ganz besonders in Schleswig-Holstein. Der Strom aus erneuerbaren Energien aus dem Norden wird überall in Deutschland gebraucht. Um die Ziele der Energiewende zu schaffen, ist die Ostküstenleitung unverzichtbar und wird als dritte Nord-Südachse in Schleswig-Holstein – nach der bereits fertiggestellten Westküstenleitung und der Mittelachse – dringend für den Strom-Transport gebraucht.“

Planung der 380-kV-Ostküstenleitung:

Der erste Bauabschnitt der 380-kV-Ostküstenleitung verläuft zwischen einem neu zu errichtenden Umspannwerk im Kreis Segeberg bis zu einem Umspannwerk in Stockelsdorf, welches sich bereits im Bau befindet.

Zwischen den beiden Umspannwerken wird dann eine bestehende 220-kV-Höchstspannungsleitung durch die neue 380-kV-Ostküstenleitung ersetzt. Die neue Leitung wird großenteils in direkter Nähe zur bisherigen 220-kV-Leitung verlaufen.

Auf einem Teil der Strecke wird eine bestehende 110-kV-Hochspannungsleitung auf den Masten der neuen Ostküstenleitung mitgeführt. In Henstedt-Ulzburg und in Kisdorferwohld wird die Leitung auf jeweils einem Abschnitt als Erdkabel gebaut.

Hintergrund zur 380-kV-Ostküstenleitung:

Die 380-kV-Ostküstenleitung ist das Vorhaben Nr. 42 des Bundesbedarfsplans mit den drei Abschnitten Kreis Segeberg-Lübeck, Lübeck-Siems und Abzweig Ratekau-Göhl. Für die Vorhaben des Bundesbedarfsplans sind die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf gesetzlich festgelegt.

Planungsverantwortlicher Übertragungsnetzbetreiber ist die TenneT TSO GmbH (TenneT). Die TenneT ist gesetzlich verpflichtet, die 380-kV-Ostküstenleitung zu realisieren. Die Leitung kann nach Maßgabe des § 4 Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) in Teilabschnitten als Erdkabelpilotprojekt umgesetzt werden.

Im Abschnitt Kreis Segeberg-Lübeck hat die Genehmigungsbehörde jeweils einen Erdkabelabschnitt in Henstedt-Ulzburg sowie einen Erdkabelabschnitt in Kisdorferwohld genehmigt. Im Dezember 2022 hatte das Amt für Planfeststellung Energie bereits den vorzeitigen Baubeginn für bestimmte Baumaßnahmen genehmigt, sodass TenneT mit der Errichtung erster Masten bereits vor Erhalt der Genehmigung beginnen konnte. Dies wurde durch eine Änderung von § 44c Energiewirtschaftsgesetz mit dem Ziel der Planungsbeschleunigung ermöglicht.

Die Abschnitte Lübeck-Siems und Abzweig Ratekau-Göhl werden aktuell von TenneT als Freileitung ohne Erdkabelabschnitte geplant. Diese beiden nördlichen Abschnitte befinden sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

In allen drei Abschnitten der Ostküstenleitung plant die TenneT als Vorhabenträgerin in Abstimmung mit dem Netzbetreiber des 110-kV-Verteilnetzes, der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz), die Mitnahme bestehender 110-kV-Leitungen. Das bedeutet, dass Abschnitte heute bestehender 110-kV-Hochspannungsleitungen abgebaut und auf den Masten der neuen Höchstspannungsleitung mitgeführt werden.

Die Inbetriebnahme der Ostküstenleitung ist abschnittsweise zwischen 2026 bis 2027 geplant.

Weitere Informationen zur 380-kV-Ostküstenleitung:

Umfangreiche Informationen zur Ostküstenleitung im Internet unter:

Website der TenneT TSO GmbH zur Ostküstenleitung

Informationen zur Ostküstenleitung bei der Bundesnetzagentur

Website des Landes Schleswig-Holstein zum Dialogverfahren Ostküstenleitung

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