Ausgezeichnet: Stormarnsches Dorfmuseum gehört zu den vom Land zertifizierten Museen

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Jedes Jahr können sich zehn Museen für die Museumszertifizierung des Landes Schleswig-Holstein bewerben, um mit Glück eine einjährige Zertifizierung, Beratung und Qualifizierung zu durchlaufen. Ziel ist es, die Museen individuell zu beraten und zukunftsfähig zu machen. Das Stormarnsche Dorfmuseum ist das erste Museum aus Stormarn, das die Zertifizierung durchlaufen konnte und erfolgreich abgeschlossen hat. Als eines unter nur sieben Museen landesweit hat das ehrenamtlich betriebene Haus aus Hoisdorf die Auszeichnung „Zertifiziertes Museum 2018“ am 12. Dezember im Beisein des Staatssekretärs Dr. Oliver Grundei im Schloss Eutin feierlich entgegengenommen.

Eine kleine Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums, die erfolgreich die Zertifizierung abgeschlossen haben, zeigen stolz ihre Plakette des Landes Schleswig-Holstein am Dorfmuseum.

Dass die erfolgreiche Zertifizierung eine ganz besondere Leistung ist, insbesondere für das einzig ehrenamtlich betriebene Museum unter sechs hauptamtlich geführten Häusern, macht Dagmar Rösner von der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein deutlich:

„Das Stormarnsche Dorfmuseum in Hoisdorf war die große Überraschung des Zertifizierungsjahrgangs 2018. Es hat sich ja an einem Verfahren beteiligt, an dem überwiegend hauptamtlich geführte Museen teilnehmen – vom Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf bis zum Schloss Eutin. Im Rahmen der Museumszertifizierung musste sich das Dorfmuseum einer Profilschärfung stellen, um sich von vergleichbaren Sammlungen, die an vielen Orten Schleswig-Holsteins bestehen, abzugrenzen. So sollte zukünftig der Strukturwandel im ländlichen Raum am Beispiel des Dorfes Hoisdorf thematisiert werden. Wir waren beeindruckt von der Professionalität der Museumsarbeit und dem hohen Engagement des Museumsteams des rein ehrenamtlich geführten Dorfmuseums. Es hat alle Auflagen erfüllt und kann heute als ein ideales Dorfmuseum gelten.“

Klaus Bustorf, der Leiter des Stormarnschen Dorfmuseums, hat sich mit seinem Haus und rund 20-köpfigen, ehrenamtlichen Team als einziges Museum im Kreis beworben. Nach der Auswahl hat das gesamte Team den Prozess des intensiven Qualitätsmanagements absolviert. Zahlreiche Sitzungen und Fortbildungen haben stattgefunden. Konkret hat das Stormarnsche Dorfmuseum seine Beschriftung erneuert und wie Klaus Bustorf erläutert, „den roten Faden der Ausstellungspräsentation“ entwickelt, der die Geschichte der Dorfentwicklung, beispielhaft in unterschiedlichen Jahren und Zeiträumen darstellt. Ebenso wurde das museumspädagogische Angebot erweitert und das Museum strukturell und personell für die Zukunft fit gemacht.

Klaus Bustorf zeigt Kirstin Krochmann, Vorsitzende des SKSA) und Sigrid Kuhlwein (SPD) die Ergebnisse der Zertifizierung. Fotos: Lüdke

„Es ist großartig, was das ehrenamtliche Team des Museums geleistet hat. Zusammen mit zahlreichen hauptamtlichen Akteuren sechs anderer Museen wurden die Hoisdorfer ausgezeichet“, so Kirstin Krochmann, Vorsitzende des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Kreises Stormarn. Dieser hatte nämlich im Jahr 2018 erstmals das Förderprogramm für die Museumszertifizierung beschlossen und dafür Gelder im Kulturbudget bereitgestellt. Der Kreis übernimmt damit den notwendigen finanziellen Eigenanteil von 1.000 Euro für bis zu drei Stormarner Museen pro Jahr, die sich bewerben möchten und zur Zertifizierung zugelassen werden. Denn für den Großteil der zahlreichen ehrenamtlich betriebenen Museen in Stormarn war es bislang unmöglich, den vorgeschriebenen Eigenanteil für eine Förderung aufzubringen.

„Die professionelle Beratung und Unterstützung durch eine einjährige Fortbildungsreihe, bietet einen intensiven Diskurs über allgemeine und spezifische Themen die das jeweilige Haus betreffen. Diesen fachlichen und kooperativen Beratungsprozess sollten vor allem auch die ehrenamtlichen Museen in Stormarn genießen können“, freut sich Kreiskulturreferentin Tanja Lütje über den erfolgreichen Prozess in Hoisdorf.

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